in "eigener" sache
Ein Abschied
„Das Internet“ war 2002 wirklich noch eine ziemlich neue Welt für „Kirchens“ – www.bistum-trier.de jedenfalls war gerade erst sechs Jahre alt und ich gute drei Jahre für den Aufbau verantwortlich. Zeitgleich etwa erschienen die damals recht aktuellen Fürbitten-Bücher von Stephan Wahl, dem späteren Kommunikationsdirektor des Bistums Trier, langjährigen Wort-zum-Sonntag-Sprecher… („Für alle, die uns Mitmensch und Engel sind. Fürbitten zu den Sonn- und Festtagen“ war das erste davon.) Irgendwie entstand die Idee, sein Angebot auch online verfügbar zu machen – und dabei jeweils ein wenig aktueller zu werden als gedruckte Bücher das sein können. Geleitet hat uns dabei wohl auch ein Bonmot von Liturgie-Professor Balthasar Fischer: er fand, „Fürbitten stehen nicht in Fürbitten-Büchern, sondern in der Zeitung“. Also wollten wir Fürbitten vorschlagen, die sozusagen mit dem Lektionar in der einen und der Zeitung in der anderen Hand formuliert sein sollten.
Bald schon waren Kolleginnen und Kollegen aus dem pastoralen Dienst motiviert und gewonnen, die das Projekt „aktuelle Fürbitten für die Gemeinde“ mittragen mochten und mehr oder weniger regelmäßig Texte liefern wollten. Weil: zu zweit oder zu dritt wären wir schlicht überfordert gewesen, zu jedem Sonn- und Feiertag einen Fürbitten-Vorschlag wirklich aktuell anzubieten. Ich konnte mich dankbar darauf beschränken, die Texte der Kolleginnen und Kollegen zu redigieren und nach Rücksprache mit ihnen online zu stellen und als Newsletter zu versenden.
Irgendwann ist es uns gelungen, die schlanke Adresse www.fürbitten.de von einem Anbieter für Hochzeits-Events und –Zubehör zu übernehmen – fast kostenlos, wofür wir sehr dankbar waren und sind.
Fast 25 Jahre nach der Begründung von www.fuerbitten.bistum-trier.de und mehrere Neuaufstellungen der Technik später bedient „fürbitten.de“ heute deutlich über 3.000 Abonnentinnen und Abonnenten (deutschlandweit, aber darüber hinaus bis nach Norwegen, auf die Philippinen und nach Amerika) zuverlässig freitags bzw. am Feiertags-Vortag mittags mit einem Fürbitten-Vorschlag. Der will helfen, wichtige Anliegen aus Welt und Kirche und Gemeinde vor Gott zu tragen – selbstverständlich so, dass die Verantwortlichen vor Ort die lokalen Anliegen ergänzen, für den jeweiligen Gottesdienst „Überflüssiges“ weglassen – einfach ganz frei in eigener Zuständigkeit.
Auch nach meiner Berentung hatte ich die Ehre und das Vergnügen, das Projekt ehrenamtlich weiter zu begleiten und als verantwortlicher Redakteur mitzugestalten. Mit heute 73 Jahren übergebe ich diese Aufgabe Mitte Juni an den Kollegen Benedikt Achtermann, Pastoralreferent im Leitungsteam des Pastoralen Raums Saarlouis, mit dem ich die Redaktions-Aufgaben seit einem Jahr geteilt habe und der sie jetzt verantwortlich übernimmt. Mit Martin Conrad, dem neuen Liturgie-Referenten des Bistums Trier, wird Benedikt in absehbarer Zeit klären, wie sie die redaktionelle Verantwortung für www.fürbitten.de gemeinsam weitertragen.
Ein bisschen ist es wie ein erwachsenes Kind aus dem Haus gehen zu lassen – ich tue das mit einer Träne in jedem Auge, aber mit der Zuversicht, dass das Projekt ja in guten Händen weiterwachsen wird. Und werde vorläufig gelegentlich auch weiter redigieren und als Autor Fürbitten-Vorschläge formulieren und aufschreiben. Dankbar bin ich den Kolleginnen und Kollegen aus dem Bistum und aus der ganzen Republik, die das Projekt mitgetragen haben und weiter mittragen werden. Ich danke den Kolleginnen und Kollegen im Bereich Öffentlichkeits-Arbeit im Bischöflichen Generalvikariat und den Bischöfen, die das Projekt als Bistums-Projekt mitgetragen und unterstützt haben.
Danken will ich auch allen, die unseren Dienst wahrgenommen haben (und bitte weiter wahrnehmen werden!!!) – ob sie nun den kompletten Text übernommen oder ihn „nur“ als Anregung für eigene aktuelle Fürbitten genutzt haben. Und natürlich danke ich denen, die uns Feedback gegeben haben – gern mit Lob und Dank, gern aber auch mit Kritik oder Tadel: damit bin ich hoffentlich gut umgegangen.
Ich bin sicher: gelegentlich ist was Gutes herausgekommen bei diesem Projekt. Ich entlasse es mit der Hoffnung, dass Gottes Segen weiter auf „fürbitten.de“ liegt und Gottes Geist auf diesem Weg viele Gemeinde-Gottesdienste mitgestalten kann – weil die Fürbitten ja sozusagen in der Zeitung stehen und wir nur ein wenig helfen können, sie und die Welt in den Gottesdienst hereinzuholen…
Trier, 12. Juni 2026
altfried g. rempe
bislang Redakteur von fürbitten.de