Zum Inhalt springen

Gebetsmeinungen von Papst und Bischof

Bischof Ackermann reicht dem Papst die Hände.

Für 2025 haben Papst Franziskus und Bischof Dr. Stephan Ackermann die unten stehenden Gebetsanliegen festgelegt. Das erste Anliegen (im jeweiligen Monat im Fettdruck dargestellt) ist vom Papst festgelegt, die zwei weiteren (kursiv gesetzten) vom Trierer Bischof. Die Gebetsanliegen werden auch im Kirchlichen Amtsblatt des Bistums Trier veröffentlicht.

Die Gebetsintentionen haben der Papst und Bischof Stephan jeweils bereits im Vorjahr festgelegt. So erklärt sich, dass sie nicht tagesaktuell auf Ereignisse eingehen können.

Der Papst stellt seine Anliegen monatlich in einem Video (auch in einem eigenen Kanal auf Youtube) persönlich vor.

Sie finden aktuelle Gedanken zu den monatlichen Gebetsintentionen aus dem Bistum Trier auf dieser Seite - zusammengestellt vom Gebetsapostolat

Gebetsanliegen für Mai 2026

Mit Papst Leo beten wir, dass sich alle, von den großen Erzeugern bis zu den kleinen Verbrauchern, dafür einsetzen, die Vergeudung von Lebensmitteln zu vermeiden, und dass jede Person Zugang zu einer qualitätsvollen Nahrung hat.

„Wo betest Du?“ Diese Frage wird in Sambia, wo P. Claus Recktenwald SJ arbeitet, oft gestellt. Er leitet ein Zentrum für nachhaltige Landwirtschaft in Kasisi/Sambia. Dafür hat er nach seinem Theologiestudium noch Landwirtschaft studiert und arbeitet an diesem Zentrum in allen Bereichen mit, z.B. als Lieferant für Bio-Obst und Gemüse auf dem Markt und dort als Verkäufer. Eines Tages bittet ihn eine Mitarbeiterin, die ihn begleitet, auf dem Rückweg an einem Shopping-Center zu halten. Sie will dort etwas zum Essen kaufen - und investiert ihr Geld in Chickenwings und Pommes. Der Pater ist irritiert: vom Biogemüse zu Fastfood. Aber dann begreift er: für die Frau hat dieses Essen symbolischen Wert. Es ist Ausdruck dafür, dass sie die Unterschicht der Armen durch ihre Arbeit und ihren Verdienst hinter sich lassen kann. Was sie gerade isst, das essen auch jene Leute, die Mittelschicht sind und sich das leisten können.

Der Pater akzeptiert das, aber er engagiert sich weiter auf unterschiedlichsten Ebenen, um in der Bevölkerung ein Bewusstsein für qualitätvolles Essen zu entwickeln. Er vermittelt Wissen über nachhaltige Anbaumethoden, das den Kleinbauern der Region zum Überleben hilft und den gravierenden Folgen des Klimawandels und der damit verbundenen Dürre in dieser Region etwas entgegensetzt. Er fördert ein freundliches Miteinander von jung und alt und ist Seelsorger. Darüberhinaus arbeitet er noch als Ausbilder und Lehrer für Studierende, als Initiator von bäuerlichen Samenzentren und als Verhandlungspartner von Kooperativen, Regierungen und Universitäten. Und unter https://jesuitenweltweit.de finden sich unter dem Stichwort „Kasisi“ weitere Informationen. Seine Arbeit zeigt, wie beten um das tägliche Brot Hand und Fuß, Zukunft und Herz erhält. Und wo er betet.

 

Marliese Klees

Gebet

Gott, wir danken Dir für alle,
die in unterschiedlichsten Bereichen für wertvolle Lebensmittel und deren Anbau arbeiten,
für ihre Mühe und Ausdauer.

Segne ihre Arbeit, die Für- und Vorsorge für Aussaat und Ernte und für die Tiere.
Lass uns achtsam und dankbar mit den Lebensmitteln umgehen, die sie ermöglichen.
Schenke ihnen Schutz und gerechte Bedingungen.

Amen.

Mit Bischof Stephan beten wir für die Menschen, die sich durch ihr Engagement in Politik, Justiz und Gesellschaft für die Bewahrung unserer Demokratie und unseres Rechtsstaats einsetzen.

Deutschland ist eine Demokratie. Luxemburg, Frankreich, Österreich, die Niederlande, die Schweiz und viele andere Länder sind ebenfalls Demokratien. Aber: sie haben sich alle unterschiedlich organisiert. Mal stärker föderal, mal mehr zentral, mal mehr direkte Mitbestimmung, mal weniger. Denn Demokratie ist vielfältig und kein Zustand, der ein für alle mal festgelegt wäre, sondern sie ist ein Prozess, ein Organisationsprinzip, dessen Hauptkennzeichen ist, dass Freiheit für alle gesichert werden soll und sich alle daran beteiligen können, sollen, mitunter auch müssen, etwa dort, wo Wahlpflicht besteht.

Das hält die jeweilige Demokratie lebendig, aber auch herausfordernd: unterschiedlichste Standpunkte, die miteinander in Konflikt geraten können, bleiben auf der Tagesordnung. Gefahren dabei sind, in ein schwarz-weiß-Denken und in emotionalisierte Konflikte zu geraten. Demokratie ist Vielfalt, beansprucht für sich, die in Recht und Gerechtigkeit mit- und füreinander zu gestalten und ist dafür auf das Gespräch, auf Kommunikation angewiesen. Und es braucht die Tugend der Ambiguitätstoleranz, d.h. die Fähigkeit, konstruktiv mit Unsicherheiten, Widersprüchlichkeiten, Fakenews, Lügen und Mehrdeutigkeiten umgehen zu können. Das wiederum braucht Menschen, die sich engagieren, um gute Entscheidungen zu treffen, aber auch solche, die diesen Raum der Freiheit schützen. Eben uns alle.

 

Marliese Klees

Gebet

Gott, wir danken dir für die Freiheit in unserem Land,
für die Möglichkeit, uns zu äußern und zu entscheiden.
Wir danken Dir für die Menschen, die in unterschiedlichsten Bereichen diese Freiheit aller schützen.
In einer Welt, die oft durcheinander und von Gegensätzen und Konflikten geprägt ist, bitten wir dich:

Lass uns hinschauen, wo wir gemeinsam stark sind,
und gib uns Kraft, Andersdenkenden mit Respekt zu begegnen.  
Segne unsere Entscheidungen, unsere Gespräche, damit wir eine Welt schaffen,
die Freiheit aller, Frieden und Gerechtigkeit lebt.

Mit Bischof Stephan beten wir für die Christinnen und Christen, die sich zum Katholikentag in Würzburg versammeln, den Glauben gemeinsam feiern und Zeugnis geben von ihrem gelebten Christ-Sein.

„Hab Mut! Steh auf!“ Das ist das Motto des diesjährigen Katholikentages in Würzburg, der - wie Katholikentage überhaupt - ein ganz spezieller Glaubensort von Kirche ist. Da trifft sich „die ganze katholische Welt“ - unter sich und mit all ihren Partnerinnen und Partnern aus anderen Kirchen und Religionen. In Würzburg kann, wer will, auf die ganze Lust und Last des Katholischseins treffen.

Kirche zeigt, dass trotz ihrer Vielschichtigkeit und auch Gegensätzlichkeit sie eine Gemeinschaft ist, in der Platz für alle ist. Da werden eine Vielzahl von Themen verhandelt, die ansonsten in Gemeinden und pastoralen Räumen zu kurz kommen oder erst gar nicht thematisiert werden: von stiller Anbetung bis hin zu politischen Diskussionen, von Kirche sein im Dorf bis hin zur Weltkirche, von „früher war alles gut, ja besser“ bis hin zur Frage danach, wie Kirche sich und ihre Ausdrucksformen und Positionen entwickeln will, soll oder muss, um in einer veränderten Welt an der Seite der Menschen stehen zu können und wie sie die Verkündigung der Botschaft Jesu weitertragen kann. Dazu muss Kirche aus sich heraus gehen, sich der Öffentlichkeit stellen und dem Leben in Facetten begegnen.

Der Spannungsbogen der Themen ist so groß, dass diese Komplexität aber auch erschrecken und ‚erschlagen‘ kann. Das Motto: „Steh auf“ - ist im Markusevangelium eine Aufforderung Jesu an die tote Tochter des Jairus. Es ist ein Heilungswort, das das Mädchen ins Leben ruft, das das Lebendige und die Zukunft im Blick hat. Es macht Mut, das Tote loszulassen und mit Vertrauen ins Leben neue Schritte zu gehen, als einzelne Person, als Gruppe, Gemeinde, als Kirche im Ganzen.

 

Marliese Klees

Gebet

Gott, du schenkst uns das Leben - Moment für Moment und Tag für Tag.
Und jeden Tag legst du uns deine Worte ins Herz: Hab Mut, steh auf!
Weil du willst, dass wir mutig sind - jede und jeder von uns.
Erfülle uns mit deiner Geistkraft, die uns zeigt, dass wir mehr schaffen können, als wir uns selbst oft zutrauen.

Segne uns mit deiner Kraft, damit wir nicht aufhören, von einer gerechten und friedlichen Welt zu träumen,
auch mal ungewöhnliche Wege gehen und uns für Vielfalt und Respekt einsetzen.
Lass uns mutig aufstehen, unsere Träume verwirklichen und über uns selbst hinauswachsen.

(Auszüge aus dem Gebet des Katholikentages Würzburg 2026, verfasst von Laura Kunz, Jugendseelsorgerin)

 

Vorschaubild_Youtubechannel Papst

Video

Hier geht's zum Youtube-Channel "Das Video vom Papst". Das Video vom Papst ist ein Projekt des Weltweiten Gebetsnetzwerks des Papstes (Gebetsapostolat), eine Offizielle Einrichtung des Vatikans. In kurzen Videos stellt Papst Franziskus seine monatlichen Gebetsanliegen vor, in denen es um die Herausforderungen der Menschheit und den Auftrag der Kirche geht.

Gebetsanliegen für 2026

  1. Wir beten für die Priester, die mit Momenten der Krise in ihrer Berufung kämpfen, dass sie die ihnen nötige Begleitung finden und dass die Gemeinschaften sie mit Verständnis und Gebet unterstützen.

  2. Wir beten für die Katastrophe von Tschernobyl und für alle, die noch vier Jahrzehnte danach unter den Folgen leiden.

  3. Wir beten für die Pilgerinnen und Pilger, die anläßlich der Heilig-Rock-Tage nach Trier kommen und sich im Blick auf das ungeteilte Gewand Jesu neu im Glauben stärken lassen.

  1. Wir beten, dass sich alle, von den großen Erzeugern bis zu den kleinen Verbrauchern, dafür einsetzen, die Vergeudung von Lebensmitteln zu vermeiden, und daß jede Person Zugang zu einer qualitätsvollen Nahrung hat.

  2. Wir beten für die Menschen, die sich durch ihr Engagement in Politik, Justiz und Gesellschaft für die Bewahrung unserer Demokratie und unseres Rechtsstaats einsetzen.

  3. Wir beten für die Christinnen und Christen, die sich zum Katholikentag in Würzburg versammeln, den Glauben gemeinsam feiern und Zeugnis geben von ihrem gelebten Christ-Sein.

  1. Wir beten, dass der Sport ein Instrument des Friedens, der Begegnung und des Dialogs unter den Kulturen und Nationen sei und die Werte wie Respekt, Solidarität und persönliches Wachstum fördere.

  2. Wir beten für die Menschen, die anlässlich der Fußball-WM durch den Sport Momente der Freude und der Gemeinschaft teilen.

  3. Stärke alle, die sich für soziale Gerechtigkeit und Solidarität engagieren in ihrem Einsatz für die Schwachen und Bedürftigen.

  1. Wir beten um Respekt und die Verteidigung des menschlichen Lebens in jedem seiner Abschnitte, indem es als Gabe Gottes angesehen wird.

  2. Wir beten für die Menschen, die sich für die Erforschung der Natur und den Schutz der Umwelt einsetzen zur Bewahrung Deiner Schöpfung.

  3. Wir beten für diejenigen, die in den Sommermonaten Ferienfreizeiten organisieren und Kindern und Jugendlichen unbeschwerte Momente ermöglichen.

  1. Wir beten, dass es uns gelingt, in den großen Städten, die oft durch Anonymität und Einsamkeit gekennzeichnet sind, neue Formen zu finden, das Evangelium zu verkünden und kreative Wege zur Gemeinschaftsbildung zu entdecken.

  2. Wir beten für die Soldatinnen und Soldaten im Einsatz für Frieden und Sicherheit in Europa und für alle, die mit Sorge auf die Bedrohung durch autoritäre Regime blicken.

  3. Wir beten für die Kinder, die in diesen Wochen ein neues Schuljahr beginnen oder zum ersten Mal zur Schule gehen.

  1. Wir beten um eine gerechte und nachhaltige Verwaltung des Wassers, einer überlebenswichtigen Ressource, so dass alle in gleicher Weise Zugang dazu haben.

  2. Wir beten für alle, die in der Landwirtschaft und im Weinbau tätig sind und durch ihre Arbeit Sorge tragen für die Ernährung und die Erhaltung unseres Lebensraumes.

  3. Wir beten für die Christinnen und Christen, die in den muttersprachlichen Gemeinden unseres Bistums Heimat gefunden haben.

  1. Wir beten, dass sich die Pastoral der mentalen Gesundheit in der ganzen Kirche integriert, so dass sie zur Überwindung der Stigmatisierung und der Diskriminierung von Personen mit mentalen Erkrankungen hilft.

  2. Wir beten für alle Kunst-und Kulturschaffenden, die mit ihrer Kreativität und ihren Fähigkeiten Menschen inspirieren und verbinden.

  3. Wir beten für die Menschen in unserem Partnerland Bolivien und alle, die sich im Bistum Trier für die Partnerschaft einsetzen, um voneinander zu lernen und Glaubenserfahrungen zu teilen.

  1. Wir beten um einen gerechten Gebrauch des Reichtums, der nicht der Versuchung des Egoismus erliegt und sich immer in den Dienst des Gemeinwohls und der Solidarität mit denen stellt, die weniger haben.

  2. Wir beten für die Menschen jüdischen Glaubens, die bis heute Hetze, Diskriminierung und Hass erfahren müssen.

  3. Wir beten für alle, die haupt- und ehrenamtlich im Beerdigungsdienst tätig sind und Menschen sowohl in ihrer Trauer begleiten wie auch durch ihre Verkündigung die Hoffnung auf das ewige Leben bestärken.

  1. Wir beten für die Familien, die die Erfahrung des Fehlens einer Mutter oder eines Vaters machen, dass sie in der Kirche Unterstützung und Begleitung finden, und im Glauben Hilfe und Kraft in schwierigen Zeiten.

  2. Wir beten für alle, die der Kälte des Winters ausgesetzt sind und darunter leiden; für alle, die in unseren sozial-caritativen Einrichtungen Obdachlosen eine Unterkunft anbieten.

  3. Wir beten für alle, die in der Adventszeit Trost und Hoffnung suchen und von der Feier der Geburt Deines Sohnes Licht in den Dunkelheiten ihres Lebens erhoffen.

Von Anfang an haben die Mitglieder des Gebetsapostolats um das Wachsen des Reiches Gottes hier auf Erden gebetet. Die Verantwortlichen haben ihnen monatlich ein konkretes Missionsanliegen vorgelegt und sie eingeladen, für dieses Anliegen in besonderer Weise zu beten. Bereits seit dem Jahre 1887 hat der Papst selbst die Festlegung des monatlichen Missionsanliegens übernommen. Heute wählen Vertreter aller Kontinente die jährlichen päpstlichen Gebetsanliegen in einem besonderen Verfahren aus einer Vielzahl von Vorschlägen aus. Die Schlussauswahl legen sie dem Papst vor, der sie dann bestätigt.

Es gibt zwei Anliegen für jeden Monat, ein allgemeineres und ein mehr missionarisches. - In einem „Weltgebet“ machen sich die Christen auf allen Kontinenten die Gebetsanliegen des Heiligen Vaters zu eigen. Eine große, weltweite Solidarität von Millionen Gläubigen wird durch dieses Gebet Wirklichkeit.

Damit jedoch die kirchlichen Belange eines Bistums mit ihren Pfarreien, Gemeinschaften und Einrichtungen in das Gebet mit einbezogen werden, können auch die Bischöfe eigene Gebetsanliegen hinzufügen. Der Bischof von Trier tut dies seit einigen Jahren.

Das "Gebetsapostolat" sorgt für die Verbreitung dieser monatlichen Gebetsanliegen.