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Ort von Kirche sein

Einen sperrigen Begriff hat die Synode da gewählt: Die Pfarrei der Zukunft soll sich aufbauen von den „Orten von Kirche“. Also von da her, wo Christen ihren Glauben leben und miteinander teilen. Früher hieß ein solcher Ort einfach „Gemeinde“. Aber die Synode wollte ja den Blick weiten – also auch über das bisher Bekannte in der Pfarrgemeinde hinausschauen; christliches Leben und damit „Kirche“ findet nämlich auch an ganz anderen Orten und in ganz anderen Gruppen statt, als bisher bewusst oder erwartet war.

„Orte von Kirche“ sind eine Herausforderung

Viele sollen nachdenken und nachschauen, wo sie selbst so etwas erleben wie „Kirche“ oder „Gemeinde“; wo für sie Gemeinschaft von und mit anderen Christinnen und Christen stattfindet – erst mal miteinander, und dann auch mit Blick auf „die Anderen“, auf Menschen und Probleme, für die sie als Kirche da sein wollen. Das klingt sehr allgemein auf den ersten Blick. Klingt ein wenig formlos. Ist aber zugleich eine Einladung, sich in Bewegung zu setzen und Neues zu entdecken und selbst zu formen. Zu einer solchen Entdeckungsreise lädt auch Bischof Stephan in seinem Brief an die Mitglieder der Räte im Bistum (September 2019) ein, wenn er schreibt: „Manche Pläne werden wir [erg.: trotz Kritik in der Anhörungsphase] … beibehalten, so etwa die spärlicheren Festlegungen bei den ‚Orten von Kirche‘. Ich glaube, dass wir vieles miteinander im Tun lernen werden.“ Bistum und Bischof hoffen, dass die Aktiven vor Ort kreativ sind – und eben auch neue Orte von Kirche finden oder entwickeln.

Jede und jeder kann und soll Orte von Kirche entdecken und benennen

– und dann mit den anderen in Kontakt bringen und vernetzen. Dabei wird die Pfarrei der Zukunft helfen; dadurch wird sie entstehen. Natürlich werden da viele auch auf die eher bewährten und „traditionellen“ Orte von Kirche blicken. Manchmal ist es ja erst mal nur ein neues Wort; aber es verändert den Blick etwa auf die Kindertagesstätte oder auf die Männer-Gruppe, auf den Familienkreis oder das Repair-Café und die Fahrrad-Werkstatt für Migranten, wenn die Beteiligten sich fragen: Sind wir ein Ort von Kirche – und wie und warum sind wir das?

Die Antworten werden unterschiedlich sein. Immer werden aber drei Aspekte sichtbar werden:

Hier kommen Menschen zusammen,

  • die an Jesus Christus und an die Frohe Botschaft von Gottes unbedingter Liebe glauben
  • und die ihr Leben und Handeln danach ausrichten,
  • sodass die Botschaft vom Reich Gottes in dieser Welt wirksam und erfahrbar wird.

Natürlich können und sollen an jedem Ort von Kirche auch Menschen mitleben, die nicht (oder noch nicht oder nicht mehr) an Jesus Christus glauben. Manche werden Angebote machen; andere eher auf einen geschwisterlichen Dienst angewiesen sein. Manchmal wird die Verbindung zum eigenen Glauben eher auf der Hand liegen als an anderen Orten von Kirche. Es wird und soll einfach viel mehr möglich sein, als bisher unter dem Namen „Pfarrgemeinde“.

Es ist eine Einladung, sich in Bewegung zu setzen und Neues zu entdecken und selbst zu formen.

Oft werden Orte von Kirche sich auch unter bestimmten Kategorien beschreiben lassen:

  • Thematische Orte von Kirche

    Das sind Gruppen, Initiativen und Projekte, die aufgrund eines speziellen Themas zusammen sind – so beispielsweise

    • Eine Welt-Gruppen
    • Pilgergruppen
    • Chöre / Musikprojekte
    • Trauergruppen

    Thematische Orte von Kirche können zeitlich lang- und / oder kurzfristig angelegt sein.

  • Territoriale Orte von Kirche

    Territoriale Orte von Kirche sind zum Beispiel Gruppen und Initiativen, die ein lokales Anliegen haben und sich vor Ort um lokale Aufgaben kümmern – etwa

    • Eine Gruppe kümmert sich um eine bestimmte Kapelle
    • Die Schützenbruderschaft sieht sich auch als Ort von Kirche
    • Ein lokales Team am Ort einer ehemaligen Pfarrei trägt das dortige Leben oder Teile davon weiter
  • Personale Orte von Kirche

    Als Personale Orte von Kirche begreifen sich Gruppen oder Kreise von Menschen, die auf bestimmte Zeit oder auf Dauer eine bestimmte Aktion oder eine bestimmte Zielgruppe in den Mittelpunkt stellen – etwa

    • Das BetreuerInnen-Team kirchlicher Ferienfreizeiten
    • Kinder- und Jugendgruppen
    • Eltern-Kind-Gruppen
    • Männergruppen
    • Frauengruppen
  • Institutionelle und liturgische Orte von Kirche

    Institutionelle und liturgische Orte von Kirche sind Orte in kirchlicher Trägerschaft oder Orte, an denen Kirche präsent ist, sowie kirchliche Einrichtungen. Auch dort leben Menschen ihren Glauben und bezeugen die Botschaft vom liebenden und barmherzigen Gott in Wort und Tat.

    Solche Orte von Kirche sind beispielsweise Kirchen und Kapellen, Krankenhäuser mit der Krankenhausseelsorge, Katholische Kindertageseinrichtungen, ein Altenzentrum, die Lebensberatungsstelle, das Mehrgenerationenhaus der Caritas mit seinen Kooperationspartnern, kirchliche Schulen, Klöster, Pilgerorte, katholische Hochschulgemeinden, Kirchen der Jugend. Die Beispiele lehnen sich an die Arbeitshilfe zur Pfarrei der Zukunft aus dem Dekanat Mayen-Mendig an – das sehr umfangreiche und hilfreiche PDF-Dokument findet sich zum Download hier.

    In diesen Aufzählungen sind schon viele Orte von Kirche genannt, die „auf der Hand liegen“ – aber auch einige, die ihr „Ort von Kirche“-Sein vielleicht noch entdecken müssen. Und sicher werden sich weitere Orte von Kirche noch entwickeln: Der Kaffee- und Gesprächs-Stand auf dem Wochenmarkt im Sommer, an dem freundliche Männer und Frauen regelmäßig ein paar Minuten „Zeit für Dich“ haben; das Zelt von „Gott am Ring“ beim großen Rock-Festival; der informelle Gesprächskreis, der sich schon seit Jahren abwechselnd in den Familien oder in anderen Räumen triff t und „über Gott und die Welt“ redet, aber auch schon mal eine Spielplatz-Aktion oder ähnliches veranstaltet hat.

Die nächsten Schritte

Ort von Kirche werden?

Meist muss ein Ort von Kirche nicht erst entstehen – er ist schon da, hieß bisher nur anders. Es kann hilfreich sein, wenn jede und jeder zunächst einmal sich selbst schon einige Fragen zu diesem Ort von Kirche stellt und beantwortet und wenn die Gruppe darüber gesprochen hat:

  • Was wird mir an diesem Ort/ in dieser Gemeinschaft geschenkt?
  • Wie profitiere ich davon?
  • Was hält und bestärkt mich für mein Leben?
  • Was haben andere davon, dass es diesen Ort von Kirche in unserer Pfarrei gibt? Was müsste passieren, damit andere etwas von diesem Ort, von dieser Gruppe etc. haben?

Tragen Sie die Antworten auf diese Fragen zusammen – und dann ist als nächster Schritt eine Beratungsrunde sinnvoll. Denn in der neuen Pfarrei kann auch Ihr Ort von Kirche jetzt eine neue Rolle übernehmen. Nach Anmeldung beim Rat der Pfarrei und Registrierung als Ort von Kirche hat er einen Sitz in der Synodalversammlung, wo über die Grundfragen für das Leben dieser Pfarrei beraten wird. Damit kann auch Ihr Ort von Kirche das Leben der neuen Pfarrei mitbestimmen und prägen.

Wollen wir uns um die „Registrierung als Ort von Kirche“ in unserer Pfarrei bewerben?
Nein: Dann leben Sie weiter zusammen als zwei oder drei mit Christus in der Mitte – und können es sich später ja noch mal überlegen… wobei die „Bestandsaufnahme“ auch weiter hilfreich sein kann.
Ja: Dann weiter mit der nächsten Frage.

Unser Ort von Kirche: Was macht uns aus?
Beschreiben Sie kurz das Thema und Anliegen Ihre Gruppe / Initiative / Einrichtung.

Chancen, Perspektiven und Vernetzungsmöglichkeiten
Worin sehen Sie in der Zukunft Chancen, Perspektiven und Vernetzungsmöglichkeiten, die für Ihre Gruppe / Initiative / Einrichtung, Ihr Anliegen und Ihr Thema anstehen?

Herausforderungen, Sorgen und Abschiede
Worin sehen Sie Herausforderungen, Sorgen und Abschiede, die für Ihre Gruppe / Initiative / Einrichtung, Ihr Anliegen und Ihr Thema von Bedeutung sind?

Bei all diesen Fragen und Ihren Gesprächen und Beratungen können Sie sich selbständig bewegen; Sie können aber von Ihrer Pfarrei erwarten und abrufen, dass hauptamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Sie dabei begleiten und unterstützen.

Weiter geht es dann so

Besprechen Sie miteinander, ob Ihre Gruppe gemeinsame Antworten auf die Fragen hat. Wichtig ist, dass Sie gemeinsam diese Entscheidung treffen.

Nach dieser grundlegenden Entscheidung (vgl. § 4 PGO) gelten folgende Kriterien, damit Ihr Ort von Kirche eine Person als Delegation in die Synodalversammlung entsenden kann; bitte geben Sie dem Leitungsteam schriftlich:

  • Wir erkennen das Rahmenleitbild an und stimmen ihm zu.
  • Wir erkennen grundsätzlich die Struktur der neuen Pfarrei an.
  • Wir beschreiben kurz, was uns als Ort von Kirche ausmacht und was unser Beitrag zur neuen Pfarrei in der Zukunft sein kann.

Voraussichtlich im Januar 2020 wird es Formulare für dieses Verfahren geben.

Weiteres: