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Das neue Trierer Gremien-Modell im Überblick

Ein Rat mit zwei Kammern

Ein-Kammer-Modell / Zwei-Kammer-Modell

Im Bistum Trier hat sich eingebürgert, die zwei Modelle, die es bereits heute gibt, als Ein-Kammer-Modell und Zwei-Kammer-Modell zu benennen.

Mit Ein-Kammer-Modell ist ein Gremium bezeichnet, das gemeinsam pastorale und Vermögens-Themen berät und entscheidet. Heute ist das dort der Fall, wo es einen Kirchengemeinderat gibt. Dieser Rat übernimmt gemeinsam die Aufgaben, die in anderen Pfarreien der Pfarrgemeinderat und der Verwaltungsrat haben. Wo es diese beiden Räte gibt, sprechen wir von einem Zwei-Kammer-Modell.

Ergebnisse der Anhörung zum Gremienmodell

Kritik am Ein-Kammer-Modell

Durch die Auswertung der Anhörung, an der sich ca. 90 % aller Befragten beteiligten, hat die Bistumsleitung über die Sommermonate ein weiteres Mal intensiv über das Gremienmodell nachgedacht. Das pragma Institut hat eine gezielte Analyse zur Frage Ein- oder Zwei-Kammer-Modell durchgeführt: 49 % lehnen das Ein-Kammer-Modell aufgrund der Stellungnahme des Katholikenrats (!) ab, 43 % wünschen sich ausdrücklich (!) ein Zweikammer-Modell.

So wurde argumentiert:

  • Im Ein-Kammer-Modell kommen viele Aufgaben auf den einen Rat zu. Das überfordert die Mitglieder und bringt Nachteile für die Ehrenamtlichen.
  • Außerdem führt es dazu, dass ein Gremium viel Macht hat. Denn in dem einen Rat werden dann alle wichtigen Entscheidungen gebündelt.
  • Dadurch, dass dieser eine Rat dann durch den Pfarrer geleitet wird, unterstützt die vorgesehene Struktur eine Konzentration auf den Pfarrer als geweihten Amtsträger.

Weiterentwicklung des Zwei-Kammer-Modells

Für die Bistumsleitung war der Vorteil einer gemeinsamen Verantwortung für pastorale Themen und Vermögensangelegenheiten zentral. Es sollte also kein Zwei-Kammer-Modell von Pfarrgemeinderat und Verwaltungsrat geben, wie es im Bistum bisher bekannt ist. Bei der Anhörung gab es aber sehr deutliche Kritik am Ein-KammerModell; darauf wollte der Bischof reagieren.

Bei der Weiterentwicklung des Gremienaufbaus wurden viele Rückmeldungen aus der Anhörung berücksichtigt 

  • Es gibt zwei Kammern: eine Pastoralkammer und eine Vermögenskammer. Damit können die ehrenamtlichen Mitglieder sich entscheiden, ob sie eher an den pastoral-inhaltlichen Themen arbeiten wollen (Pastoralkammer) oder eher an den wirtschaftlichen Fragen (Vermögenskammer).
  • In der Pastoralkammer sollen zwanzig gewählte Personen mitwirken, zwei weitere Mitglieder können berufen werden. In die Vermögenskammer werden zehn Personen gewählt. So ist die Zahl der ehrenamtlich Mitwirkenden größer als im Ein-Kammer-Modell.
  • Die Kammern haben klare Schwerpunkt-Bereiche. In der Pastoralkammer geht es um die pastorale Ausrichtung der Pfarrei: um die Verkündigung der Botschaft Jesu Christi in Wort und Tat, um die Feier des Glaubens im Gottesdienst und den Dienst am Nächsten; um Liturgie, Katechese, sozial-caritative Fragen und die Förderung und Vernetzung der vielen Orte von Kirche. Diese Themen fließen zusammen in der Beschäftigung mit dem Rahmenleitbild für die Pfarrei. In der Vermögenskammer geht es um die Aufsicht über das Leitungsteam in Vermögensangelegenheiten, um die Zustimmung zu bestimmten Rechtsgeschäften und Rechtsakten und um die Entwicklung einer mittelfristigen Finanzplanung.
  • Die bislang praktizierte und von den Gremien sehr geschätzte Leitung des pastoralen Gremiums durch Laien wird auch im neuen Gremienmodell fortgesetzt: die Pastoralkammer wird von einem ehrenamtlichen Laien oder einer Laiin geleitet. Die Vermögenskammer leitet, wie das bereits in den heutigen Verwaltungsräten bzw. Kirchengemeinderäten der Fall ist, der Pfarrer.

Für die Bistumsverantwortlichen hatte ein reines Zwei-Kammer-Modell, also die konsequente Trennung der pastoralen Themen und der Verwaltungsthemen, in den neuen Pfarreien ein hohes Risiko. Folgende Auswirkungen wurden befürchtet:

  • Haushaltsplanung: Aus Mangel an gemeinsamer Betrachtung von pastoralen Zielen und für die Umsetzung zur Verfügung stehenden Mitteln können Situationen entstehen, in denen es zu keiner Entscheidung kommt.
  • Auswirkungen auf das Leitungsteam: Wenn es keine abgestimmte Linie zwischen der Pastoral- und Vermögenskammer gibt, erschwert dies die Umsetzung der beschlossenen und geplanten Schwerpunkte. Das Leitungsteam kann handlungsunfähig werden.

Ein Rat mit zwei Kammern: seine Aufgaben

Weiterentwicklung des Zwei-Kammer-Modells Daher ist im neuen Gremienmodell vorgesehen, dass es neben den Einzelaufgaben jeder Kammer gemeinsame Aufgaben gibt, die beide Kammern nur in gemeinsamer Sitzung bearbeiten können: Wo beide Kammern zusammenarbeiten, bilden sie den Rat der Pfarrei.

  • Der Rat der Pfarrei sorgt für eine mittel- und langfristige finanzielle Planung. Dazu gehört auch die jährliche Haushaltsplanung.
  • Der Rat der Pfarrei entscheidet über die pastoralen Schwerpunkte im Zusammenhang mit den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Hier fließen Voten, Vorgaben und Vorarbeiten aus beiden Kammern ein.
  • Der Rat der Pfarrei wählt die ehrenamtlichen Mitglieder des Leitungsteams

Hintergrund

Vom einen Rat der Pfarrei zum Rat der Pfarrei mit zwei Kammern

Für das neue Gremienmodell im Rahmen der Synodenumsetzung war zunächst ein Ein-Kammer-Modell vorgesehen: Es sollte nur einen Rat der Pfarrei geben, der über Pastoral und Vermögen entscheidet ( siehe die Darstellung in EinBlicke 2). Daran gab es viel Kritik. Daher hat die Bistumsleitung ihren Vorschlag verändert und hat für die neuen Pfarreien ein Zwei-in-Eins-Modell ausgearbeitet. Es wird eine Pastoralkammer geben und eine Vermögenskammer. In wichtigen Themen – vor allem bei der Verabschiedung des Haushalts, bei Entscheidungen über pastorale Schwerpunkte und bei der Wahl der Ehrenamtlichen für das Leitungsteam – kommen beide Kammern zur Beratung und Entscheidung zusammen. Die beiden Kammern zusammen sind der Rat der Pfarrei.

Aufbau der Gremien und Organe in den neuen Pfarreien

Hier können Sie eine PDF als Übersicht herunterladen, die den Aufbau der Gremien und Organe in den neuen Pfarreien zeigt.

Weiteres: