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Diakonische Kirchenentwicklung - ein Kernthema der Trierer Bistums-Synode

„Die Ortskirche von Trier entwickelt sich zu einer diakonischen Kirche, die Menschen in Armut, Bedrängnis und Not wahrnimmt. Sie lässt sich von ihnen berühren, handelt mit ihnen solidarisch und lässt sich von ihnen evangelisieren.“

(Anlage zum Abschlussdokument 1.1)

Diakonische Kirchenentwicklung - Was ist das?

Diakonisch“ bedeutet: dienend, den Menschen dienend.

Jesus hat das vorgelebt, indem er sich besonders den Armen, den Kranken, den Kindern zugewendet hat: denen, die in der Gesellschaft seiner Zeit Ausgrenzung erfahren haben oder besonders verletzlich waren. Sie hat er in die Mitte gestellt. Vor allem sie sollten erfahren, was das Reich Gottes bedeutet, das Jesus verkündet hat: Anerkennung, Heilung, Befreiung, Leben.

Als Christen und als Kirche im Bistum Trier sind wir gefragt, Jesu Beispiel zu folgen. Die Synode hat beschrieben, wie sie sich das vorstellt. Diakonisch sein heißt für sie:

  • zu den Menschen hingehen,
  • besonders zu denen, die arm oder in Not sind,
  • die Lebenssituation dieser Menschen kennen lernen,
  • mit ihnen herausfinden, was hilft,
  • und mit ihnen zusammen das tun.

Diakonisch sein fängt also damit an, dem Anderen zu begegnen. Es bedeutet: sich interessieren, zuhören, sich berühren lassen. Und das bleibt nicht ohne Folgen. Wer sich darauf einlässt, der verändert sich auch selbst in seinem Denken und Tun. Diakonisch sein ist deshalb ein Prozess, der den ganzen Menschen mit Kopf, Herz und Hand betrifft. Das betrifft uns jedoch nicht nur als Einzelne. In diesem Lernprozess verändert sich auch die Art und Weise, wie wir miteinander Kirche sind. Das gilt im Kleinen und im Großen, und in allen kirchlichen Grundaufgaben: in der Nächstenliebe/Diakonie, im Gottesdienst, in der Verkündigung und im Blick auf die Gemeinschaft.

  • Angesichts der konkreten Not gilt es jeweils neu, zusammen mit den betroffenen Menschen und allen, die dazu beitragen können, die notwendigen Wege und Möglichkeiten zu entwickeln, wie wir solidarisch handeln können (Diakonie). Dazu arbeiten Pfarreien und Dekanate, der Caritasverband und die weiteren kirchlichen Einrichtungen, Dienste und Gruppierungen untereinander und mit anderen zusammen.
  • Wir bringen die konkrete Not und die Erfahrungen, die wir dabei mit anderen und mit uns selber machen, im Gottesdienst vor Gott, damit er sie annimmt und uns stärkt und verwandelt.
  • In den Begegnungen lernen wir, was das Evangelium im Leben der Menschen konkret heute bedeutet: wo Anerkennung, Heilung, Befreiung, Leben fehlen, aber auch, wo und wie das Reich Gottes da ist und spürbar wird. Das bereichert die Verkündigung und die Katechese.
  • Und letztlich erfahren wir in der Begegnung mit Anderen, dass und wie sehr wir zusammen gehören: mit den Menschen in Not, aber darüber hinaus letztlich mit allen in der gesamten Menschheitsfamilie (Gemeinschaft Gottes mit allen Menschen).

An vielen einzelnen Stellen geschieht das schon. Die Synode ermutigt dazu, dass das die ganze Kirche im Bistum Trier noch viel mehr prägen soll.

Diakonische Kirchenentwicklung bedeutet also: Wir suchen die Begegnung mit Menschen, vor allem mit denen, die arm oder in ganz unterschiedlicher Weise in Not sind, und lassen uns als Kirche auf die Veränderungen ein, zu denen das führt. Ja mehr noch: Wir lassen uns nicht nur darauf ein, sondern wir wollen uns verändern, damit wir umso mehr Jesu Auftrag entsprechen.

Am 26. Februar 2019 hat die Leitungskonferenz im Bischöflichen Generalvikariat (LeiKo) den Abschlussbericht der Teilprozessgruppe entgegengenommen. Sie finden den  Abschlussbericht (mit Anlagen) hier zum Herunterladen.

Im Februar 2020 hat die Bistumsleitung die Kapitel 1 und 2 des Papiers als verbindliche Handlungsoptionen für das Bistum Trier beschlossen (siehe die Pressemitteilung vom 13. Februar 2020). Die im Konzept vorgeschlagenen Maßnahmen (Kapitel 4) sind zusammen mit den Ergebnissen der weiteren Teilprojektgruppen zu inhaltlichen Schwerpunkten weiter Gegenstand der Beratung.

„Die Bistumsleitung hat sich gemeinsam mit Bischof Stephan mehrfach mit dem Abschlussbericht der Teilprozessgruppe ‚Diakonische Kirchenentwicklung‘ befasst. Er bietet ein schlüssiges, umfassendes und wegweisendes Konzept, von dem wir uns wünschen, dass es im pastoralen Planen und Tun aufgegriffen wird, neue Optionen eröffnet und dem glaubwürdigen Zeugnis dient.“

(Mechthild Schabo, Direktorin für den Bereich Pastoral und Gesellschaft im Bischöflichen Generalvikariat Trier)

Bischof unterwegs zu Besuchen im Bistum

Vielfältige Spuren des Diakonischen entdecken

  • Bischof Ackermann hat Mitarbeiterinnen des Lüxemer Senioren-Besuchsdienstes getroffen Switch

    Ein Termin wie der des Trierer Bischofs Dr. Stephan Ackermann bei den Frauen des Lüxemer Seniorenbesuchsdienstes in der Caritas-Geschäftsstelle Mosel-Eifel-Hunsrück e.V. in Wittlich am 11. März ist in den kommenden Wochen undenkbar. Denn inzwischen hat das Bistum Trier öffentliche Veranstaltungen und Treffen bis mindestens Ende März ausgesetzt, um die Ausbreitung des Corona-Virus zu verlangsamen und insbesondere Menschen, die einer Risikogruppe angehören, zu schützen. Zu genau einer solchen Risikogruppe gehören die Seniorinnen und Senioren, die die neun Frauen aus der Pfarrgemeinde St. Maria Magdalena Wittlich-Lüxem und der Filiale St. Servatius Flußbach regelmäßig besuchen. 

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  • Das Netzwerk trägt: Bischof Ackermann besucht „Caféterra“ und Second Hand-Laden in Kastellaun Switch

    Kastellaun – In seinem Fastenhirtenbrief schreibt Bischof Dr. Ackermann: „Was gibt es in der Kirche und in unserem Bistum nicht alles an diakonischem und sozialem Einsatz, ehrenamtlich wie hauptamtlich! Wie viel Segen geht von den caritativen Einrichtungen in unserem Bistum aus!“ Dank und Würdigung also – und ein „Hintergedanke“ des Bischofs: „Die bestehenden Angebote können ja auch Ideen geben.“ Aus diesem Grund besucht Ackermann in der Fastenzeit verschiedene Einrichtungen aus dem diakonischen Bereich – wie etwa Anfang März die Begegnungsstätte „caféterra“ in Kastellaun.

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  • Dienst am Menschen – ganz selbstverständlich: Bischof Ackermann besucht Trierer Klinikum Mutterhaus Switch

    Trier – „Es ist beeindruckend zu sehen, wie hier in aller Selbstverständlichkeit Tag für Tag rund um die Uhr der Dienst am Menschen geleistet wird.“ Bischof Dr. Stephan Ackermann ist an diesem Aschermittwoch (26. Februar) zu Gast im Trierer Klinikum Mutterhaus der Borromäerinnen. Damit setzt er einen Impuls aus seinem Fastenhirtenbrief um und besucht eine Einrichtung, in der Menschen sich in besonderer Weise anderen Menschen zuwenden. Darum geht es nämlich beim „diakonisch Kirche sein“: Neben dem Fasten und Beten sollen die Christinnen und Christen im Bistum Trier in der Österlichen Bußzeit ihren Blick auf die „Werke der Liebe“ und die tätige Nächstenliebe richten.  

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  • Impulse zum Hirtenwort: Diakonisch Kirche sein Switch

    „Bedenke Mensch, dass Du Staub bist und wieder zu Staub zurückkehren wirst. Kehr um und glaub an das Evangelium.“ Mit dem Aschenkreuz zu Beginn der Fastenzeit wird uns unsere Vergänglichkeit vor Augen geführt und damit gleichzeitig die Grundsatzfrage gestellt: Was ist wirklich wichtig in meinem Leben?

    In seinem Hirtenbrief zur Österlichen Bußzeit stellt Bischof Dr. Stephan Ackermann die diakonische Haltung in den Mittelpunkt, wenn er schreibt: „Die Synode versteht das  Diakonische nicht bloß als einen bestimmten Teilbereich der Kirche, sondern als eine Grundhaltung, die alle Getauften in ihrem Handeln prägen soll." Und er fragt: „Wie können wir diese diakonische Grundhaltung pflegen und mehr ausprägen?“

  • Diakonischer werden beginnt in mir Switch

    Diakonischer werden heißt lieben lernen. In der Mystik ist Gottes-, Nächsten- und Selbstliebe eins.

    Im Gespräch, in der Begegnung berührt mich etwas; ich habe Mitgefühl und lasse mich ein, bleibe zärtlich auf Augenhöhe, spüre die gemeinsame Verletzlichkeit.

    Ich gehe mutig an die Orte, die ich fürchte, harre aus in Dunkelheiten. Meine Wunden brechen auf.

    Ich bleibe und lasse mich wandeln. In meinem Gegenüber erkenne ich Gott.

    So beschreiben viele Mystiker und Mystikerinnen ihre Wege, die sie liebend näher zu Gott, zum Nächsten
    und zu sich selbst führen.  

    Diakonischer werden beginnt in mir...

    • Was ist mir wichtig?
    • Was rührt mich an?
    • Wovon lasse ich mich irritieren?
    • Wofür setze ich mich ein?
    • Mit wem solidarisiere ich mich?
    • Wozu sind wir Kirche?
       
  • … und kann konkret dadurch geschehen, dass... Switch

    • dass ich mich, vom Beispiel Jesu inspiriert, einem Menschen mit Interesse zuwende, der mich ansonsten nicht interessieren würde;
    • dass ich mich in die Überzeugung einübe, dass ein Mensch, der von mir Hilfe erwartet, nicht nur ein Hilfsbedürftiger ist, sondern eine Person mit eigenen Fähigkeiten und Ideen, die auch etwas beizutragen hat;
    • dass ich mich am Ende eines Tages frage, welchem Menschen außerhalb meines Familien- und Freundeskreises ich heute zu leben geholfen habe;
    • dass eine Gruppe der Gemeinde eine Einrichtung der Caritas oder der Zivilgemeinde besucht, in der Menschen sind, die besondere Schwierigkeiten zu bewältigen haben oder im  toten Winkel“ unserer Gesellschaft leben.
  • Diakonische Kirchenentwicklung – einen eigenen Weg vor Ort finden Switch

    Das griechische Wort für Kirche ecclesia heißt übersetzt heraus gerufen! Es ist der spirituelle Ruf, sich von Gott unterbrechen, irritieren und überraschen zu lassen.

    Fragen wir ganz konkret vor Ort: Was ist uns wichtig? Wozu sind wir Kirche? Dann sind wir schon mitten im Prozess der diakonischen Kirchenentwicklung.

    • Wir stellen uns selbst in Frage, suchen gemeinsam.
    • Wir halten Ausschau: Gibt es in unserer Umgebung Menschen, mit denen wir zusammenarbeiten könnten?
    • Wir begeben uns in das uns Fremde.
    • Wir unterstützen uns gegenseitig, nachhaltiger, gerechter und inklusiver leben zu lernen; in unseren Beziehungen, in unseren Gemeinden und Gruppen und im politischen Engagement.

    So begeben wir uns mutig in eine Veränderung. Dafür braucht es Demut: in die Krise zu vertrauen und Ohnmacht zuzulassen. Gleichzeitig braucht es auch unseren Wagemut, unsere Kreativität und eigenverantwortliches Handeln.

  • Gebet Switch

    Jesus Christus,
    du rufst uns, füreinander da zu sein.
    In diesen Tagen der österlichen Bußzeit
    wollen wir lernen, immer mehr zu lieben.
    Lass uns aufmerksam sein für das,
    was in uns, um uns herum und weltweit geschieht.
    Schenke uns den Mut, die Not und das Leid der
    Menschen an uns heran zu lassen.
    Festige in uns die Tatkraft,
    damit wir glaubwürdig Werkzeug deiner Liebe
    in dieser Welt sein können.

  • Flyer zum Download Switch

Jesus Christus,
du rufst uns, füreinander da zu sein.
In diesen Tagen der österlichen Bußzeit
wollen wir lernen, immer mehr zu lieben.
Lass uns aufmerksam sein für das,
was in uns, um uns herum und weltweit geschieht.
Schenke uns den Mut, die Not und das Leid der
Menschen an uns heran zu lassen.
Festige in uns die Tatkraft,
damit wir glaubwürdig Werkzeug deiner Liebe
in dieser Welt sein können.

„Diakonische Kirchenentwicklung“ als Schwerpunkt pastoralen Wirkens

Bewusster den diakonischen Auftrag leben

Bewusster und mehr als bisher den diakonischen Auftrag zu leben: Diesem Anliegen der Synode will die Kirche im Bistum Trier sich verstärkt widmen. Mit dem Hirtenbrief zur Österlichen Bußzeit am 1. März 2020 betont Bischof Dr. Stephan Ackermann diesen Schwerpunkt, der sich in den nächsten Jahren auf verschiedene Arten und auf unterschiedlichen Ebenen entfalten soll.

Lesen Siemehr dazu in dieser Nachricht.

"Wir wollen eine Kirche, die stärker missionarisch und diakonisch ausgerichtet ist."

Bischof Dr. Stephan Ackermann im Interview mit dem Paulinus, 26. Januar 2020


Synode geht...

Nachrichten zur Diakonischen Kirchenentwicklung

Hier finden Sie - immer wieder ergänzt -Nachrichten der Bischöflichen Pressestelle zu Themen der Diakonischen Kirchenentwicklung im Bistum Trier.

Informationen zum Stand der Umsetzung der Bistumssynode finden Sie hier: www.bistum-trier.de/herausgerufen.

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