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Zur Umsetzung / Implementierung der Synodenbeschlüsse:

Häufige Fragen zur Pfarrei der Zukunft

Update 7. Februar: Klarheit im Frühsommer 2020

Rom setzt Umsetzungsgesetz zur Überprüfung aus

Nachdem die römische Kleruskongregation am 21. November 2019 den Vollzug des Gesetzes zur Umsetzung der Ergebnisse der Diözesansynode 2013-2016 zur Überprüfung ausgesetzt und Bischof Ackermann um Stellungnahme gebeten hatte (mehr), hat Generalvikar Dr. Ulrich von Plettenberg am 7. Februar 2020 mitgeteilt, dass die Prüfung der Kleruskongregation „in Anbetracht der Bedeutung des Themas für die Pastoral und für den priesterlichen Dienst in der Diözese“ noch einige Zeit in Anspruch nehme. Als Termin sei der 30. April 2020 genannt worden. Damit sei klar, dass ein unterjähriger Start der neuen Pfarreien in 2020 definitiv ausgeschlossen ist. „Nach Abschluss des römischen Verfahrens werden wir zeitnah einen neuen Zeitplan vorlegen, wann die rechtlichen Rahmenbedingungen veröffentlicht werden und welche Schritte sich daraus ergeben.“ (mehr lesen in der Nachricht)

Die Übergangsregelungen für die Räte finden Sie unter diesem Link.

Konsequenzen aus der Aussetzung des Umsetzungsgesetzes

Weil der Vollzug des Umsetzungsgesetzes mit dem Brief der Kleruskongregation an Bischof Ackermann vom 21. November 2019 einstweilen ausgesetzt ist, können die nachfolgenden Inhalte nur den Planungsstand im Fall der Umsetzung des Gesetzes wiedergeben, der - insbesondere im Zeitplan - durch die Aussetzung nicht eingehalten werden kann. Erst wenn eine Entscheidung der Kleruskongregation nach der Prüfung des Gesetzestextes vorliegt, können weitere Schritte gemäß der abzuwartenden Entscheidung gegangen werden. Erst dann kann ein neuer Zeitplan vorgelegt werden.

Leitungsteams und sonstige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Ehrenamtliche Mitarbeit im Leitungsteam

  • Worum geht es bei der ehrenamtlichen Mitarbeit im Leitungsteam? Switch

    • Es geht um die Beteiligung an allen wesentlichen Entscheidungen und Beratungen als Teil des Leitungsteams der Pfarrei. Das setzt den Zugang zu allen relevanten Informationen voraus, aber nicht unbedingt die ständige Präsenz im Alltag.
    • Voraussetzung für die gemeinsame Arbeit ist die ausdrückliche Zustimmung zum Rahmenleitbild der Pfarrei.
    • Wer im Leitungsteam mitarbeitet, muss sich bewusst sein, dass er oder sie damit nicht die Interessenvertretung der bisherigen Pfarrei oder Kirchengemeinde übernimmt, sondern dass es um die Sorge für die Pfarrei der Zukunft insgesamt geht.
    • Die Leitung der Pfarrei trägt die strategische Verantwortung für eine missionarisch-diakonische Kirchenentwicklung und eine entsprechende Ressourcensteuerung.
    • Darüber hinaus werden die Koordination von ‚Orten von Kirche‘, die Kooperation mit Akteuren im gesellschaftlichen Raum, die Vermittlung verschiedener Interessen und das Konfliktmanagement vordringliche Aufgaben sein.
    • Die Mitglieder im Leitungsteam vertreten die Pfarrei nach außen.
    • Für die ehrenamtliche Mitarbeit in der Leitung der Pfarrei wird weniger der Zeitfaktor entscheidend sein als vielmehr die Haltung, mit der jemand sich einbringt. 
  • Welche persönlichen Voraussetzungen sind für dieses Engagement erforderlich? Switch

    Verbindlichkeit trotz Freiwilligkeit

    Die Mitarbeit im Leitungsteam ist gekennzeichnet durch  einen hohen Verantwortungsgrad und mit einem hohen Maß an Verbindlichkeit verbunden. Es kann allerdings immer Gründe geben, wegen bestimmter berufl icher oder familiärer Belastungssituationen kürzer zu treten oder vorzeitig auszuscheiden zu müssen. Die Amtszeit der  ehrenamtlichen Mitglieder des Leitungsteams beträgt vier Jahre – mit der Möglichkeit, bis zu zwei Mal wiedergewählt zu werden.

    Führungskompetenz durch Haltung und Spiritualität

    Die Rolle im Leitungsteam erfordert eine eindeutige Kompetenz im Führen und Leiten. Führung heißt in diesem Zusammenhang insbesondere, Menschen zu ermuntern, ihr Potenzial im Dienst der Sache zu entfalten und Feedback zu geben. Konfl ikte sind als normale Realität zu akzeptieren und auf Klärung und Entscheidung hin zu bearbeiten. Die  Kunst“ besteht darin, auf Zeichen von Macht und Herrschaft zu verzichten und zugleich entscheidungsbereit und führungswillig zu sein. Das erfordert ein hohes Maß an Demut, die diesem Dienst an der Gemeinschaft zukommen muss. Hierin liegt auch die wesentliche Grundlage für eine angemessene Spiritualität für diese Rolle.

    Selbstverständnis und Rollenverständnis

    Aus der synodalen Haltung heraus entwickelt sich ein angemessenes Rollenverständnis: so authentisch wie möglich, damit die Person hinter der Rolle greifbar wird, und so formal wie nötig, damit das Handeln berechenbar und transparent bleibt. Person und Rolle müssen korrespondieren, keiner ist nur Rolle oder nur Person. Ehrenamtliche Leitungspersonen brauchen ein sicheres Auftreten im Team und in der Öffentlichkeit. Dazu gehört die Fähigkeit, situationsgemäß eigenständig zu handeln. Vor allem müssen sich die Rollenträger bewusst sein, dass sie eine Leitungsaufgabe im Geist des Evangeliums und der Synode übernommen haben.

    Teamfähigkeit und Loyalität

    Die Errichtung von Leitungsteams ist ein deutliches Zeichen für die Stärkung des synodalen Prinzips. Für Mitglieder des Leitungsteams bedeutet das, innerhalb des Teams  sachbezogen und transparent zu kommunizieren und nach außen Loyalität zu wahren. Die Loyalität ist nicht nur gegenüber dem Team gefordert, sondern genauso gegenüber dem Bistum Trier und der Synode. Zur Teamfähigkeit gehört des Weiteren auch die Bereitschaft, Feedback zu geben und Feedback anzunehmen. Haupt- und ehrenamtliche Rollenträger müssen Interesse und Bereitschaft zeigen, das eigene Handeln zu refl ektieren und im Team zu bedenken.

    Fachkompetenz

    Niemand bringt alle geforderten Kenntnisse und Fähigkeiten für die vielfältigen Aufgaben im Leitungsteam mit. Kerngedanke der Teamarbeit ist die gegenseitige Ergänzung. Erforderlich ist, dass jedes Teammitglied für die Bereiche, die es übernimmt, die notwendigen Qualifi kationen besitzt oder erwirbt. Das setzt die Bereitschaft voraus, sich in die  augewiesenen Verantwortungsbereiche fachlich einzuarbeiten und entsprechende Fortbildungsmaßnahmen zu absolvieren. 

  • Welche Rahmenbedingungen und Unterstützungsmöglichkeiten müssen für Ehrenamtliche im Leitungsteam angeboten werden? Switch

    Teamkultur

    Ehrenamtliche im Leitungsteam müssen spüren, dass sie willkommen sind und dass sie aufgrund eines kleineren Zeitbudgets und mit weniger Detailwissen kein Belastungsfaktor, sondern eine Bereicherung für die wesentlichen Leitungsentscheidungen sind.

    Arbeitsstruktur

    Es muss möglich sein, die Aufgabe mit einem klar vereinbarten Zeitkontingent zu erfüllen. Ein Mindestmaß von vier bis sechs Stunden pro Woche kann nicht unterschritten werden, mehr  ist natürlich möglich. Zuständigkeiten und Aufgabenbeschreibungen müssen dem persönlichen Zeitbudget angepasst werden. Die Basis für die Mitarbeit im Leitungsteam ist die Teilnahme an Teamsitzungen und Entscheidungen. „Das Leitungsteam entscheidet grundsätzlich in der ordnungsgemäßen Besetzung“ (§25 Abs. 5 PGO), also gemeinsam mit den Ehrenamtlichen, während die Geschäfte der laufenden Verwaltung vom Leitungsteam in der Besetzung ohne die gewählten (ehrenamtlichen) Mitglieder geführt werden können.

    Das bedeutet: Alle wichtigen strategischen Entscheidungen werden zusammen getroffen, aber das „Alltagsgeschäft“ wird nicht durch knappe Zeitressourcen der Ehrenamtlichen berührt.

  • Wie kommt es zu einer Aufgabenbeschreibung? Switch

    Eine allgemeingültige Aufgabenbeschreibung für ehrenamtlich Engagierte im Leitungsteam kann es nicht geben. Die zu erfüllenden Aufgaben richten sich zum einen nach den vorhandenen Potenzialen und Kompetenzen und zum anderen nach dem zur Verfügung stehenden Zeitbudget. Nach der Wahl durch den Rat der Pfarrei und der Bestätigung durch  den Bischof wird im Leitungsteam gemeinsam das mögliche Aufgabenfeld besprochen und die Form der Zusammenarbeit vereinbart. Die Vereinbarungen werden schriftlich  festgehalten. Die ehrenamtlichen Mitglieder sollten eine/n festen Ansprechpartner/in unter den Hauptamtlichen im Leitungsteam haben.

  • Mehr Informationen für Ehrenamtliche im Leitungsteam Switch

    Die Zeitung EinBlicke 3 (Stand Oktober 2019) gibt Hinweise zur Mitarbeit von Ehrenamtlichen im Leitungsteam. Aktuelle Informationen und Unterstützungsangebote finden Ehrenamtliche auch im Arbeitsbereich Ehrenamtsentwicklung im Bischöflichen Generalvikariat.

Mitarbeit im Verwaltungsteam

  • Macht ein Verwaltungsteam genau das Gleiche wie vorher der Verwaltungsrat? Switch

    Bisher waren Verwaltungsräte oder Kirchengemeinderäte für die Vermögensverwaltung der Kirchengemeinden in einem umfassenden Sinn zuständig und verantwortlich. Ein Verwaltungsteam kann sein Aufgabenpaket aus diesem Bereich wählen. Es kann aber auch Aufgaben geben, die darüber hinausgehen. Das Verwaltungsteam kann so mit dem Leitungsteam das Aufgabenpaket besser an die Interessen und Möglichkeiten anpassen. Die Gesamtsteuerung der Vermögensangelegenheiten einer Kirchengemeinde liegt beim Rat der Pfarrei.

    Verwaltungsteams können zum Beispiel (aber nicht nur)

    • für den Unterhalt und die Pflege von Kirchen und Kapellen sorgen
    • den „kleinen Bauunterhalt“ für Gebäude organisieren
    • geplante und genehmigte Baumaßnahmen betreuen
    • Liegenschaften verwalten (Vermietung und Verpachtung)
    • das Kollektenmanagement für bestimmte Kirchen übernehmen
    • Fundraisingmaßnahmen planen und durchführen

    und jeweils die zugehörigen Kostenplanungen für den Haushalt der Pfarrei erstellen. 

  • Wie bildet sich ein Verwaltungsteam? Switch

    Im Übergang werden Verwaltungsteams häufig aus Verwaltungsräten oder Kirchengemeinderäten der jetzigen Kirchengemeinden hervorgehen (vgl. § 28 KVVG 2020). Sie können aber auch auf Initiative von Personen zustandekommen, die sich an der Vermögensverwaltung beteiligen möchten, oder auf Initiative des Leitungsteams, das Verantwortliche für bestimmte Aufgaben sucht. Das Verwaltungsteam besteht aus mindestens drei Mitgliedern. Aus den Mitgliedern wählt das Team drei Personen, die als Vertretung nach außen fungieren.

  • Wie erfolgt die Mandatserteilung? Switch

    Die Mitglieder eines Verwaltungsteam einigen sich darüber, welche Aufgaben sie übernehmen möchten. Dann stimmt sich das Verwaltungsteam mit dem Leitungsteam darüber ab. Das Mandat wird dann schriftlich dokumentiert. Dazu wird es Mustervorlagen geben. Der Rat der Pfarrei muss das Verwaltungsteam bestätigen.

  • Welche Amtszeit hat ein Verwaltungsteam? Switch

    Die Amtszeit im Übergang beträgt zwei Jahre, im Regelfall dann vier Jahre (vgl. § 14 und § 28 KVVG 2020).

  • Kann das Verwaltungsteam über das Fabrikvermögen (etwa einer Kirche) bestimmen? Switch

    Für die Verwendung von Fabrikvermögen in den Grenzen ihrer Zweckbindungen sind das Leitungsteam und der Rat der Pfarrei verantwortlich – das gehört zur Haushaltsplanung. Ein Verwaltungsteam kann und soll jedoch für seine Aufgaben eine Budgetplanung machen und dabei vorschlagen, wie vorhandenes Fabrikvermögen mit passender Zweckbindung eingesetzt werden kann.

    Was ist Fabrikvermögen?

    Das Fabrikvermögen dient der Erhaltung und Ausstattung der Kirchen, zur Feier von Gottesdiensten sowie zur Erfüllung der Aufgaben der Pfarrei. Fabrikvermögen der bisherigen Kirchengemeinden bleiben an die bisherigen Zwecke örtlich gebunden.

  • Muss das Verwaltungsteam für jeden Eimer Farbe beim Leitungsteam anfragen? Switch

    Jedem Verwaltungsteam wird ein zu seinem Mandat passendes Budget zugewiesen. Im Rahmen seines Mandates hat es nicht nur das Recht, sondern sogar die Pflicht, anstehende Aufgaben aus seinem Budget eigenverantwortlich zu bewältigen. Die Bezahlung von Rechnungen und die Erstattung von Auslagen erfolgt über die Verwaltung der Kirchengemeinden.

  • Wie kommt ein Verwaltungsteam zu seinem Budget? Switch

    Jedes Verwaltungsteam wird überlegen, welche Mittel es benötigt, um die Aufgaben in seinem Mandat gut erfüllen zu können. Daraus entsteht eine Kostenplanung. Mit Vorschlägen zur Finanzierung, etwa Hinweisen auf vorhandene Spenden oder geeignetes Fabrikvermögen, wird daraus ein Teilhaushalt. Nach Abstimmung mit dem Leitungsteam geht dieser Teilhaushalt in die Haushaltsplanung der Kirchengemeinde ein. Wenn der Haushalt verabschiedet ist, steht auch das Budget des Verwaltungsteams zur Verfügung. Diese Planung findet jährlich statt.

Gremien / Räte in der Pfarrei der Zukunft / Personal...

Fragen zu den Wahlen zum ersten Rat der Pfarrei haben wir auf dieser Seite beantwortet. Hier finden Sie weitere Fragen und Antworten zu den Gremien. Angegeben ist hier auch der Zeitpunkt des Sachstandes, der in der jeweiligen Ausgabe der Zeitung EinBlicke dargestellt wurde. Bitte beachten Sie, dass sich im Laufe des Prozesses verschiedene Veränderungen ergeben haben. Deshalb kann es im Einzelfall sein, dass ein veralteter Stand auf einer Internetseite auftaucht. Wenn Ihnen ein Fehler in den aktuellen Angaben auffällt, lassen Sie es uns bitte wissen!

  • Warum gibt es nur den Rat der Pfarrei und kein eigenes Verwaltungsgremium? (EinBlicke 2) Switch

    Die Frage, ob es ein „Einkammersystem“ oder ein „Zweikammersystem“ geben soll, wurde lange und kontrovers an verschiedenen Stellen diskutiert; der Bischof hat die Entscheidung getroffen, mit dem Vorschlag in die Anhörung zu gehen, dass der Rat der Pfarrei die Themen der Pastoral und der Verwaltung bündelt, verbindet und miteinander in Einklang bringen soll und es somit kein eigenes Vermögensverwaltungsgremium geben soll.

    Die Pfarrei der Zukunft hat eine besonders wichtige pastorale Aufgabe: sie soll sich den Herausforderungen der heutigen Gesellschaft stellen. Dazu soll sich ein diakonisches und missionarisches Profil entwickeln. Das Rahmenleitbild gibt dafür eine verbindliche Orientierung. In jeder Pfarrei der Zukunft soll ein Prozess starten, der einerseits am Evangelium Jesu Christi und den sieben Leitsätzen ( EinBlicke 1) Maß nimmt und andererseits die Bedürfnisse der Menschen im Blick hat.

    Der Rat der Pfarrei steuert gemeinsam mit dem Leitungsteam diesen Prozess, Daher ist es wichtig, dass der Rat der Pfarrei ein starkes und entscheidungsfähiges Gremium ist. Die pastoralen Fragen sind immer mit den zur Verfügung stehenden finanziellen und personellen Ressourcen zusammen zu denken, sonst wird eine zielführende Schwerpunktsetzung nicht möglich sein. Daher hat der Bischof sich für das „Einkammersystem“ entschieden.

    Damit die Vermögensfragen zielführend bearbeitet werden können, wird es verpflichtend einen Ausschuss geben, der diese Themen vorbereitet und dem gesamten Rat vorlegt.

  • Sind im Rat der Pfarrei alle bisherigen Pfarreien vertreten? (EinBlicke 2) Switch

    Der Rat der Pfarrei soll Menschen mit unterschiedlichen Perspektiven zusammenbringen, damit sie auf das Ganze der Pfarrei der Zukunft schauen. Der Rat soll strategisch arbeiten. Es geht nicht darum, „Lobbyarbeit“ für den jeweiligen Wohnort zu machen. So wird der Rat die Interessen der verschiedenen Orte von Kirche wahrnehmen und abwägen können. Und gerade dann, wenn der Rat der Pfarrei in Vermögensfragen schwierige Entscheidungen treffen muss, ist es wichtig, dass er Kriterien festlegt, an denen er diese orientiert. So werden Entscheidungen, auch wenn sie umstritten sind, für alle nachvollziehbar.

    Der Rat der Pfarrei setzt sich nicht aus Vertretungen der ehemaligen Pfarreien zusammen. Dies ist weder im Gesetz noch für die erst zu erstellende Wahlordnung vorgesehen. Schon wegen der großen Anzahl ehemaliger Pfarreien würde ein solches Vertretungsprinzip den Rat zu groß werden lassen. Wählbar ist, wer am Wahltag mindestens 16 Jahre alt ist, das Firmsakrament empfangen hat, in der Pfarrei wohnt oder aber in ihr Dienste übernimmt.

    Die Wahl erfolgt in zwei Schritten: zunächst findet die Urwahl von 10 Mitgliedern statt. Dann wählt die Synodalversammlung 10 weitere Mitglieder. Die Synodalversammlung kann so bei ihrer Wahl berücksichtigen, welche Gruppen oder Regionen noch fehlen. Durch die zwei Berufungen können durch den Rat selbst fehlende Perspektiven ergänzt werden.

    Für den ersten Rat der Pfarrei gilt eine andere Regelung.

  • Wie ist das eigentlich mit den Priestern in der Pfarrei der Zukunft? (EinBlicke 2) Switch

    Derzeit (Stand 2018) sind im Bistum Trier rund 350 Priester im aktiven Dienst: ca. 220 Bistumspriester, rund 90 Ordenspriester und etwa 30 Priester aus anderen Bistümern bzw der Weltkirche. 35 von ihnen werden künftig als Pfarrer in den Leitungsteams der Pfarreien arbeiten. Es ist kirchenrechtlich so vorgesehen, dass eine Pfarrei von einem Priester geleitet wird. Wir denken Leitung aber im kirchenrechtlich vorgesehen Rahmen weiter: kollegial und mit geteilter Verantwortung und Macht. Deswegen sehen wir Leitungsteams für die Pfarreien der Zukunft vor ( Seite 6). Der Pfarrer im Leitungsteam wird den Vorsitz im Team haben.

    Vom Staatskirchenrecht her kommt dem Pfarrer im Leitungsteam eine weitere Rolle zu: Er hat den Vorsitz im Rat der Pfarrei, weil dieses Gremium auch für die Vermögensverwaltung zuständig ist. Auch diese Rolle denken wir kollegial. Dem Pfarrer wird ein/e Moderator/in zur Seite gestellt ( EinBlicke 2 zu den Gremien).

    Die übrigen Priester werden dezentral im gesamten Raum der Pfarrei der Zukunft angesiedelt sein. Weil sie künftig weitgehend frei sind von Verwaltungsaufgaben, können sie verstärkt in der Seelsorge und in der Verkündigung arbeiten und die Sakramente feiern. Die konkreten Orte und Aufgabenfelder werden sich, abgesehen von den Priestern, die in Leitungsteams eingesetzt werden, erst nach Gründung der Pfarreien der Zukunft klären. Dies wird abhängig sein von den pastoralen Schwerpunkten und Bedarfen in den neuen pastoralen Räumen. Sie werden auch künftig den Titel „Pfarrer“ führen.

    Gemeinsam mit den Priestern werden viele weitere Seelsorgerinnen und Seelsorger präsent sein und in der Pfarrei arbeiten. Unser Ziel ist es, viele Ansprechpartnerinnen und -partner für die Gläubigen und freiwillig Engagierten in der Fläche zu haben.

  • Wie geht die Urwahl des Rates der Pfarrei vonstatten? (Direktwahl, Briefwahl, Wahllokal?) Switch

    Angedacht ist folgende Regelung: Es erfolgt ein Aufruf zur Wahlbeteiligung über die internen und öffentlichen Medien in der Pfarrei. Bis zu einem festgesetzten Zeitpunkt können sich die Menschen melden, die ihr Wahlrecht wahrnehmen und den Rat der Pfarrei wählen wollen.

    Die Wahl selbst kann dann als Briefwahl durchgeführt werden oder in einem Wahllokal zu einem festgesetzten Zeitpunkt.

    Für die Wahlen zum ersten Rat der Pfarrei gelten andere Regelungen.

  • Woher kommen die Kandidatinnen und Kandidaten? Switch

    Im Regelfall wohnen diese Personen in der Pfarrei; sie haben ein Interesse an der Gestaltung, Planung und Entwicklung der Zukunft der Pfarrei.

    Für die Gewinnung der Kandidatinnen und Kandidaten ist es sicherlich erforderlich, dass geeignete Personen direkt angefragt werden und dass im Vorfeld mit ihnen Gespräche stattfinden. Dabei geht es um die Aufgaben, Rechte und Pflichten; und auch über Motive, warum es interessant sein kann, in solch einem Gremium mitzuarbeiten. Auch die Synodalversammlung kann ein Ort sein, an dem geeignete Personen gefunden bzw. vorgeschlagen werden können.

  • Ist die Machtansammlung beim Rat der Pfarrei mit max. 27 Personen nicht zu groß? Switch

    Die Synode beschreibt im vierten Perspektivwechsel, dass das synodale Prinzip bistumsweit gelebt werden soll. Das hat Auswirkungen darauf, wie zukünftig die Themen beraten und entschieden werden; damit hat es auch Auswirkung darauf, wie Macht wahrgenommen wird.

    Leitung bedeutet nach dem synodalen Prinzip, dass es immer um Entscheidungen zum Wohl der gesamten Pfarrei geht und nicht darum, Einzelinteressen durchzusetzen. Bevor eine Entscheidung getroffen wird, muss der Rat die verschiedenen Perspektiven betrachten und gegeneinander abwägen; erst dann ist eine angemessene Entscheidung möglich und vertretbar.

    In diesem Zusammenspiel ist auch die Synodalversammlung ein wichtiges Element; in der Synodalversammlung wird es darum gehen, Schwerpunkte zu verabreden und Themen zu entdecken, die für die Pfarrei wichtig sind. Der Rat der Pfarrei und das Leitungsteam müssen in der Synodalversammlung Rechenschaft darüber abgeben, wie sie mit diesen Themen umgegangen sind. Auch das hilft, die Entscheidungen für grundlegende Themen auf eine breite Basis zu stellen.

     

  • Wir vermissen den Begriff „Gemeindeteams“; wird es so etwas geben? Switch

    Es ist die Frage, wie sich Menschen organisieren können, die das gemeindliche Leben vor Ort gestalten möchten: Wer organisiert und gestaltet entlang des Kirchenjahres und der daran orientierten Feste und Traditionen einer Gemeinde das Leben der christlichen Gemeinschaft? Diese Aufgaben haben bisher meist die Pfarrgemeinderäte koordiniert und auch durchgeführt.

    Von diesem Engagement lebt auch die Pfarrei der Zukunft. Zum Beispiel könnten sich lokale Teams bilden, die diese Aufgaben weiterhin übernehmen. Diese Teams werden meist für ein bestimmtes Gebiet zuständig sein; sie bilden sich auf Initiative der Menschen vor Ort.

    Hauptamtliche werden weiterhin in der Fläche der Pfarrei eingesetzt sein und die Engagierten auch bei solchen Inititativen unterstützen. 

  • Was passiert, wenn es Verwaltungsteams gibt, sich aber keine lokalen Teams finden? Switch

    Sowohl die Bildung der Verwaltungsteams als auch die Bildung der lokalen Teams geschieht freiwillig.

    Ein Verwaltungsteam bekommt für eine bestimmte Aufgabe ein Mandat des Leitungsteams der Pfarrei der Zukunft; ebenso wird auch ein lokales Team überlegen wollen, was wichtig ist und wie sich die Personen in das kirchliche und gemeindliche Leben einbringen wollen. So wird es sicher eine Vielzahl von Teams geben mit unterschiedlichen Aufgaben und örtlichen Zuständigkeiten.

    Wenn Menschen entdecken, dass es eine wichtige Aufgabe oder ein wichtiges Thema gibt, für das sich bisher noch keine Gruppe gefunden hat,  können sie die Initiative ergreifen und ein Team oder eine Gruppe dazu gründen. Es wird aber nicht mehr an allen Orten alles geben. Dies ist ein wichtiges Ergebnis der Synode. Es sollen Schwerpunkte gesetzt werden, die den Bedürfnissen der Menschen und den Fähigkeiten der Engagierten jeweils vor Ort bzw. im jeweiligen Raum entsprechen.

  • Konferenz-Struktur für die Hauptamtlichen? Switch

    Wird es für die Seelsorgerinnen und Seelsorger zukünftig
    auch eine Konferenzstruktur geben oder entscheidet das jede PdZ für sich?

    Es wird sehr wichtig sein, dass die hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihrer Zusammenarbeit eine Struktur geben. Für die Gestaltung dieser (Konferenz)Struktur gibt es vom Bistum keine einheitliche Vorgabe; es liegt in der Hoheit der Pfarrei, die Zusammenarbeit zu organisieren. Es wird dazu auch unterschiedliche Notwendigkeiten und Voraussetzungen geben.

  • Haben die Hauptamtlichen im Rat der Pfarrei & in der Synodalversammlung auch einen Platz? Switch

    Im Rat der Pfarrei haben die Mitglieder des Leitungsteams qua Amt Sitz und Stimme; die weiteren hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können beratend je nach Thema und Anlass an einer Sitzung teilnehmen.

    In der Synodalversammlung sind alle pastoralen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Mitglied und haben Stimmrecht.

"Orte von Kirche"

  • „Orte von Kirche“ – ist das nicht alter Wein in neue Schläuche, wenn sich alles, was Pfarrei war, nun als „Ort von Kirche“ institutionalisieren kann? Switch

    Es ist eine Grundsatzfrage: Wieviel Kontinuität, wieviel Neues braucht es? Die Frage könnte gelöst werden über die Anerkennung von bisherigen überschaubaren Pfarreien als "Ort von Kirche". Das kann auch heißen: Es gibt ein Team vor Ort, das von sich aus Orte von Kirche im Raum der bisherigen Pfarrei koordiniert. Eine häufige Begründung, warum sich jetzt schon Leute nicht für die Räte aufstellen lassen, ist die Tatsache, dass den Leuten die Verantwortung für das Ganze zu viel ist – Leute, die sehr wohl für ein einzelnes Projekt arbeiten möchten.

    Schon jetzt gibt es die Struktur „Pfarreiengemeinschaft“. Kippt jetzt die gute Vernetzung weg, wenn wir nur noch von „Orte von Kirche“ sprechen?

    Im Gegenteil. Aufgabe der Synodalversammlung, des Leitungsteams – und im Übergang der Steuerungsgruppe – ist es, eine gute Vernetzung der Orte von Kirche zu schaffen. Es soll also ein Mehr an Zusammenarbeit und Miteinander geben, auch über die bisherigen Pfarreien und Pfarreiengemeinschaften hinaus.

  • Warum diese Dominanz der "Orte von Kirche"? Die bisherigen Pfarreien sollen und wollen sich doch wiederfinden in den neuen Gremien! Switch

    Orte von Kirche in der Pfarrei“ sind kategoriale Orte, die keinen rechtlichen Status innerhalb der Pfarrei der Zukunft haben. Es geht nicht um die Dominanz einer bestimmten Form, sondern darum, dem Rechnung zu tragen, wie Menschen heutzutage zusammenarbeiten möchten. 

    Orte von Kirche gibt es jetzt schon! Freiraum ist eher angesagt als Formalisierung.

  • Wie wird geprüft, was ein "Ort von Kirche" ist? Wer prüft das? Switch

    Getaufte und Gefirmte gründen oder leben bereits durch ihr Engagement einen Ort von Kirche. Hier geht es um vielfältiges Engagement. Wenn ein Ort von Kirche eine Person in die Synodalversammlung entsenden will, dann muss er drei Bedingungen erfüllen, die der Rat der Pfarrei bestätigt. Es geht nicht um eine Prüfung, sondern um die Bestätigung der Entsendevoraussetzung. Es geht dabei darum, ob die Personen, die an einem Ort von Kirche zusammenwirken, dem diözesanen Rahmenleitbild für die Pfarrei zustimmen; ob sie die Gliederung der Pfarrei in Orte von Kirche, die Synodalversammlung, den Rat der Pfarrei mit dem Leitungsteam (die Gremienordnung) anerkennen und dass sie bescheiben, was der Beitrag dieses Ortes von Kirche zur Pfarrei ist. (vgl. PGO §§ 4 f.).

    Die Bestätigung ist kein aufwändiger formaler Vorgang, sondern ein grundsätzliches Übereinstimmen mit den Entscheidungen der Synode ist gefragt. Und auch bisher darf erwartet werden, dass sich eine Gruppe mit dem Leitbild einer Pfarrei identifizieren kann.

    Es ist also nicht von vornherein festegelegt, wer oder was "Ort von Kirche" ist. Diese Vielfalt ist gewollt. Auch ökumenische Kontakte, kirchliche oder verbandliche Vereine oder kommunal unterstützte Projekte können "Orte von Kirche" sein. Sobald die "Orte von Kirche" Delegierte in die Synodalversammlung entsenden möchten, ist eine Bestätigung notwendig.

  • Kann die Bestätigung als "Ort von Kirche" verweigert werden? Switch

    Wer sich als "Ort von Kirche" versteht oder nicht, wird nicht „von oben“ festgelegt. Eine Bestätigung – ausgehen von drei Kriterien – braucht es nur dann, wenn der Ort von Kirche eine/n Delegierte/n in die Synodalversammlung entsenden will Eine Verweigerung der Bestätigung muss begründet sein.

  • Was ist mit denen, die sich nicht als "Orte von Kirche" bestätigen lassen möchten? Wie sind die in den künftigen Pfarreien eingebunden? Dürfen nur Hauptamtliche Orte von Kirche begleiten? Switch

    Auch Gruppen, die sich nicht als "Ort von Kirche" bestätigen lassen möchten, können das Leben in der Pfarrei bereichern. Wichtig ist, dass auch sie eine/n Ansprechpartner/in haben. Das ist eine Frage der Ressourcenplanung. Diese Steuerungsaufgabe liegt im Leitungsteam.

  • Wie kommt ein Ort von Kirche zu einer delegierten Person für die Synodalversammlung? Switch

    Wenn Sie sich an einem Ort von Kirche engagieren und in der Synodalversammlung mitreden, zuhören und mitarbeiten wollen, dann nehmen Sie sich die Zeit zu einer Zusammenkunft in Ihrem Stadtteil, in Ihrer Gruppe, groß oder klein, an Ihrem Ort von Kirche. Fragen Sie sich: Sehen das alle hier so, dass wir ein Ort von Kirche sind? Klären Sie in der Zusammenkunft, welche Person Sie aus Ihrem Ort von Kirche in die Synodalversammlung delegieren möchten. Die Pfarreien, die erst in der zweiten Phase als Pfarrei der Zukunft errichtet werden, haben für diese Klärung etwas mehr Zeit. Setzen Sie sich nach Ihrer internen Klärung mit dem künftigen Rat der Pfarrei in Verbindung und informieren Sie ihn darüber, wen Sie gerne delegieren möchten. Der künftige Rat der Pfarrei möchte von Ihnen wissen, ob Sie dem diözesanen Rahmenleitbild für die Pfarrei ( EinBlicke 1) zustimmen; ob Sie die Gliederung der Pfarrei in Orte von Kirche, die Synodalversammlung, den Rat der Pfarrei mit dem Leitungsteam anerkennen; was Sie als Ort von Kirche ausmacht und was Ihr Beitrag zur Pfarrei ist. Wenn Sie dem zustimmen, wird die von Ihrem Ort von Kirche delegierte Person zur Synodalversammlung eingeladen (vgl. PGO §§ 4 f.).

    Wenn Sie für diesen Schritt der Klärung Unterstützung wünschen, wenden Sie sich bitte an Ihre Hauptamtlichen oder an die Mitglieder der Steuerungsgruppe für den Übergang zur Pfarrei der Zukunft, die für jede Pfarrei der Zukunft eingerichtet sind.

  • Unsere jetzige Pfarrgemeinde, unsere Filiale ist übersichtlich und wir wollen zusammen als ein Ort von Kirche auch künftig gemeinsam weiterarbeiten – geht das? Switch

    Ja, das kann ein Ort von Kirche sein mit einem ganz wichtigen Dienst und einer speziellen Aufgabenstellung, z. B.

    • Ansprechpartner für Vereine und Kommunen sein,

    • das kirchliche Leben in einem Dorf oder Stadtteil im Blick behalten,

    • kirchliche Akteure an einem Ort zusammenbringen,

    • sich mit anderen Leitungen von Orten von Kirche vernetzen,

    • koordinierende Servicestelle sein und

    • Kontaktstelle für die hauptamtlichen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen sein.

    Wenn Sie sich so zusammenfinden wollen, ist es sicherlich hilfreich, wenn Sie eine Art Koordinierungsgruppe bilden, aus der Sie später auch jemand in die Synodalversammlung delegieren könnten.

    Diese Koordinierungsgruppe ist nicht zu verwechseln oder gleichzusetzen mit bisherigen Pfarrgemeinderäten oder Pfarreienräten. Sie könnte ein Ort von Kirche sein, gleichberechtigt neben anderen.

  • Wo kommen für die Orte von Kirche in Zukunft die Ressourcen her? Sind sie direkt beim Leitungsteam zu beantragen? Wie einfach geht das? Switch

    Hier müssen wir in Sachen Compliance („Regeltreue“, hier mit Blick auf die Verwaltung von der Kirche anvertrauten Mitteln gemeint) lernen – nicht mehr ohne Vier-Augen-Prinzip. Orte von Kirche können selbst Mittel akquirieren oder auf das Leitungsteam zugehen mit begründetem Anliegen.

  • Wie ist das Zueinander von "Kategorial" und "Territorial" gedacht? Switch

    Die Anliegen der „Orte von Kirche“ kommen in der Synodalversammlung - vertreten durch die jeweiligen Delegierten – zur Sprache. Hier wird beraten, koordiniert und vernetzt, sodass alle Anliegen von Kategorial- und Territorialseelsorge auch in der Pfarrei der Zukunft mit bedacht werden, in Zukunft sogar noch vernetzter. Aber auch in der Arbeitsweise der Hauptamtlichen sollen die unterschiedlichen Bereiche kirchlichen Engagements zusammen gebracht werden.

  • Wie ist künftig das Miteinander von Caritas und Pastoral gedacht? Switch

    Wenn die Caritas als „Ort von Kirche“ verstanden wird, dann ist sie auch mit ihren Einrichtungen durch einen Delegierten in der Synodalversammlung vertreten. Die Rückbindung in den Verband erfolgt dann über die Einrichtungen der Caritas. Der diakonische Aspekt ist bei allen Fragen der Pastoral mitzubedenken. Neben projektbezogener Zusammenarbeit kann es auch feste Kooperationsvereinbarungen geben. Das Leitungsteam und die Leitungen der örtlichen Caritasverbände stehen in der Verantwortung, gute Formen der Zusammenarbeit zu finden.

  • Gehen die Seelsorgerinnen und Seelsorger auf die "Orte von Kirche" zu? Switch

    Kommunikation ist ein Geben und Nehmen. Insofern reicht es nicht abzuwarten, sondern ist ein aktives Aufeinander-Zugehen aller Beteiligten erforderlich. Wer etwas einbringen will, geht auf den zu, der koordiniert – und umgekehrt. So entsteht das beste Ergebnis im Miteinander. Hier sind alle gefordert.

  • Ist auf der Ebene der jetzigen Pfarrgemeinden ein Ansprechpartner vorgesehen? Mit welcher Legitimation? Switch

    In Vorbereitung der Pfarreien der Zukunft sind bereits für alle neuen Pfarreien Steuerungsgruppen gegründet. Sie sollen helfen, den Übergang zu gestalten. Bereits einige Monate vor der Errichtung der neuen Pfarreien sollen die Leitungsteams ernannt werden. Der erste Rat der Pfarrei wird als Übergangsgremium von den jetzigen Räten gewählt. Er kann "Orte von Kirche" bestätigen. Ein lokales Team auf Ebene der jetzigen Pfarrei kann sich als "Ort von Kirche" bestätigen lassen. Sie sind Ansprechpartner/innen vor Ort und können eine Person in die Synodalversammlung entsenden. Außerdem gibt es hauptamtliche Seelsorgerinnen und Seelsorger in der Fläche und Kirchenbüros.

    Nicht vorgesehen ist die organisierte und als Gremium verankerte Bildung von „lokalen Teams“ für inhaltliche Fragen, analog zu den Verwaltungsteams. Es steht den bisherigen Pfarrgemeinderäten aber natürlich frei, sich als Gruppe für einen bestimmten Bereich, ein bestimmtes Thema, zu engagieren – ggf. in Zusammenarbeit mit einem Verwaltungsteam. (vgl. die Antwort zu den Gemeindeteams)

  • Wie wird gewährleistet, dass sich "Orte von Kirche" nicht verselbstständigen - etwa in theologischen Fragen und der Liturgie? Switch

    Jeder getaufte und gefirmte Christ ist als mündiger Christ verantwortlich und kompetent. Durch das Theologiestudium und Fortbildungen können Personen zudem Fachkenntnisse erlangen, die sie für besondere Aufgaben qualifizieren. Die Beauftragung durch den Bischof für bestimmte Dienste und Aufgaben setzt auch voraus, dass sich der/die Beauftragte in den Dienst der Kirche stellt und loyal zu ihren Grundsätzen steht. Eine gesunde Kommunikation und im Konfliktfall ein qualifiziertes Beschwerdemanagement kann hier vieles erleichtern und frühzeitig ausräumen.

Häufige Fragen zu den "Großen Pastoralen Räumen"

  • Vergrößerung der Räume - warum ist sie wichtig? Switch

    Die Synode hat beschlossen, dass die Pfarreien der Zukunft
    wesentlich größere Räume umfassen als bisher.
    Warum ist diese Vergrößerung wichtig und richtig?

    Statt „Vergrößerung“ muss es besser heißen: Wir gründen Pfarreien der Zukunft. Wenn wir „vergrößern“ sagen, hört sich das so an, als ob die Arbeit, die die Pfarreien bisher tun, genau so weiter gemacht werden sollte, nur eben in einem größeren Raum. Es geht aber um sehr viel grundlegendere Veränderungen.

    Die Synode hat sich zunächst sehr intensiv mit den prägenden Entwicklungen unserer Zeit auseinandergesetzt. Sie hat festgestellt: Die Kirche erlebt einen epochalen Wandel. Das fordert uns im Bistum Trier (und auch anderswo) heraus.

  • Warum kann es in den Pfarreien denn nicht so bleiben wie es ist? Vieles läuft doch (noch)? Switch

    Die bisherige Arbeit der Pfarreien war sehr stark von der Idee geprägt, dass alle mehr oder weniger selbstverständlich zur Kirche dazugehören. Die Kirche im Dorf oder im Stadtteil – eben die Pfarrei - hat das Leben der Leute bestimmt, ihnen Orientierung geben und das Jahr und die Lebenszeiten geordnet.

    Die Lebensbezüge der Menschen haben sich geändert. Viele Gläubige (und auch andere Menschen) suchen, brauchen und erwarten anderes (und mehr) als die klassischen Angebote der Pfarrei; die entsprechen ihren Bedürfnissen viel weniger als früher. Daher wünschen und erwarten viele Kirchenmitglieder dringend, dass sich die kirchliche Praxis ebenfalls verändert.

    Diesen Veränderungswunsch haben bei der Befragung im Vorfeld der Synode viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer und während der Synode dann viele Synodale deutlich artikuliert.  

  • Und warum nun die großen pastoralen Räume? Switch

    Die Pfarreien der Zukunft sind als Räume konzipiert, die zugleich Weite und Nähe ermöglichen sollen. Sie sollen einerseits die Enge aufbrechen, die in einem Festhalten an nicht mehr tragfähigen Strukturen läge. Sie sollen andererseits die Ferne überbrücken helfen, die viele Kirchenmitglieder inzwischen zur Kirche empfinden.

    Die Pfarrei der Zukunft wird einerseits Gemeinschaften unterstützen, die sich an lokaler Nähe orientieren und vor Ort entstehen; sie unterstützt und begleitet auch Gruppen und Gemeinschaften, die sich wegen inhaltlicher Nähe bilden; diese (inhaltliche Nähe bei räumlicher Distanz) wird oft erst in der Weite des neuen pastoralen Raumes erlebbar.

  • Wird das kirchliche Leben weiter zentralisiert? Switch

    Es geht bei den Pfarreien der Zukunft nicht um eine Zentralisierung.

    Der „Pfarrort“ der Pfarrei der Zukunft ist zwar konzipiert als zentraler Anlaufpunkt für die Dienstleistungsangebote der Pfarrei der Zukunft; diese Konzentration soll die Verlässlichkeit des kirchlichen Angebots sicherstellen.

    Kirchliches Leben soll sich aber (auch weiterhin) nicht an einem einzelnen, sondern dezentral an möglichst vielen Knotenpunkten der Pfarrei der Zukunft abspielen – das heißt: es wird eine möglichst dezentral angelegte Unterstützung der Eigeninitiativen vor Ort geben.

  • Und in den neuen großen pastoralen Räumen wird dann nicht alles anders? Was ist denn mit den guten Angeboten, die wir schon haben? Switch

    Kirchliches Leben findet meist im lokalen Nahraum statt: in unterschiedlichen Formen von Gebet und Gottesdienst, in Gemeinschaften und Gruppen sowie in vielen Formen von christlichem Engagement.

    Die Pfarreien der Zukunft sollen dieses vorhandene kirchliche Leben an den vielen „Kirchorten“ auf neue Weise unterstützen;  zum Beispiel werden sie das ehrenamtliche Engagement verstärkt und umfassender fördern als die bisherigen Pfarreien und Dekanate.

    Es gibt darüber hinaus Potenzial für die Entstehung neuen kirchlichen Lebens, das die Pfarreien der Zukunft mit ihren erweiterten Möglichkeiten fördern sollen. Dabei wird neues kirchliches Leben in lokaler wie auch in inhaltlicher Nähe in der Weite des neuen Raums zu entdecken sein. Beispielhaft dafür stehen: auf menschliche Nähe ausgerichtete Basisgemeinschaften und inhaltlich orientierte Themenzentren (etwa zu Diakonie/Caritas, Jugend, Katechese, Mission – das Abschlussdokument hat Beispiele genannt).

    Die Pfarrei der Zukunft wird von den Getauften her denken. Als Getaufte sind die Gläubigen heraus gerufen, ihre persönlichen Gaben zu entdecken und einzubringen. Die Pfarreien der Zukunft sind daher gefordert, den Gläubigen (oft auch zusammen mit anderen Menschen) diesen weiten Raum für ihr Engagement zu bieten.

    Die Pfarrei der Zukunft ist ein Netzwerk mit vielen Knotenpunkten. Es gibt mindestens einen verlässlichen Anlaufpunkt mit gesicherter Präsenz von Seelsorge und Verwaltung: den Pfarrort.

  • Das soll alles zur bisherigen Pfarrei dazukommen? Switch

    Zur Pfarrei der Zukunft gehört es auch, Abschied zu nehmen. Abschied-Nehmen ist eine Konsequenz aus der Analyse: Was nicht mehr passt und/oder was nur mit unverhältnismäßigem Aufwand am Leben zu erhalten wäre, darf und muss zu Ende gehen.

    Aus den Abschieden erwächst Freiheit: wir müssen nicht mehr alles aufrechterhalten; wir sind frei, Neues zu beginnen.

  • Und wie geht das mit der Bildung der Pfarreien der Zukunft? Wann wissen wir denn, was das neue Gebiet unserer Pfarrei ist? Switch

    Bis zum Herbst 2017 wurden Rückmeldungen zur vorläufigen Raumgliederung  gesammelt („Resonanz-Phase“). Alle Rückmeldungen wurden systematisch ausgewertet. Die Teilprozessgruppe „Raumgliederung“ hat im Herbst 2017 ihre Vorlage überarbeitet und dabei  die Rückmeldungen gewürdigt und gegebenenfalls als Veränderung eintragen.

    In der Resonanzphase gab es viele Rückmeldungen zu den konkreten Details eines oder mehrerer neuer pastoraler Räume / Pfarreien der Zukunft – mancher Veränderungsbedarf wurde dann auch umgesetzt.

    Im Februar 2018 hat der Bischof dann den endgültigen Plan in Kraft gesetzt. Seither läuft die „Erkundungsphase“, in der das neue kirchliche Leben in den neuen größeren Räumen erprobt und gestaltet und erkundet werden soll. Im Frühjahr 2019 fand die rechtlich erforderliche Anhörung zur Neugründung der Pfarreien der Zukunft und der Kirchengemeinden der Zukunft statt.

    Zum 1.1. 2020 wird der Bischof die ersten 15 Pfarreien der Zukunft errichten. Die weiteren 20 Pfarreien der Zukunft werden spätestens bis zum 1.1. 2022 errichtet werden.

  • Im Abschlussdokument und in der Presse war die Rede von 60 Pfarreien der Zukunft. Jetzt ist die Zahl plötzlich auf 35 reduziert – versteht das jemand? Switch

    Im Abschlussdokument und im Anhang ist die Rede von 60 Pfarreien. Der Wortlaut aus Nr. 4.4.2 des Abschlussdokumentes: "Planung und Verwirklichung der Pfarreien der Zukunft orientieren sich an einer Richtzahl von 60. Die Ebene der Dekanate ist zu überprüfen."  Die Teilprozessgruppe und die Leitung haben nach der Synode noch einmal die Kriterien aus der Sachkommission 3 der Synode und Kriterien z.B. aus dem kommunalen Bereich und weitere Erfahrungen zusammen betrachtet – daraus hat sich ergeben, dass die Pfarrei der Zukunft eine bestimmte (minimale) Größe haben muss,

    • damit sie ihre Funktionen erfüllen kann,
    • damit die personelle Ausstattung ein Miteinander möglichst vieler verschiedener Qualifikationen ermöglicht
    • damit sie auch für die absehbaren personellen und Ressourcen-Veränderungen bis ca. 2040  gesichert ist…

    Externe Fachleute haben aus ihrer Perspektive bestätigt, dass die vorläufige Gliederung in 35 Pfarreien der Zukunft auch nach ihren Kriterien „funktionieren“ kann.

    mehr zum Thema im Blog herausgerufen.de

  • Wie werden die Pfarreien der Zukunft konkret umgesetzt? Wer plant die vielen Veränderungen, die jetzt anstehen? Die Grenzen der Pfarreien sind doch nur eine von vielen Fragen. Switch

    Zum einen nehmen im April / Mai 2017 verschiedene weitere Teilprozessgruppen ihre Arbeit auf sie befassen sich mit mehr inhaltlichen Fragen einerseits und auf der anderen Seite mit den mehr organisatorischen Fragen.

    Zum anderen beginnt ab Herbst eine Zeit der Erkundung, „Erkundungsphase“ genannt. In dieser Phase entsendet das Bistum „Erkundungs-Teams“ in die künftigen Pfarreien der Zukunft; diese Teams sollen mit den Leuten vor Ort entdecken, was das kirchliche Leben dort prägt und welche Entwicklungspotentiale jeweils am Ort und im pastoralen Raum noch schlummern und zu wecken wären.

  • Was geschieht mit dem Vermögen der bisherigen Pfarreien und Kirchengemeinden? Switch

    Vorschläge für kirchenrechts-kompatible Lösungen der sehr komplexen Vermögensfragen werden bis Herbst 2017 von Expertinnen und Experten entwickelt. Dabei geht es auch um die Berücksichtigung lokaler Verantwortungsstrukturen. Für die Entscheidungsbildung wird es eine eigene Resonanzphase geben: Sowohl die Meinung der Gremien vor Ort als auch das Votum der diözesanen Räte werden vor einer Entscheidung eingeholt.

    Bei der Verteilung der finanziellen Mittel durch das Bistum gilt: Die Einrichtung von Pfarreien der Zukunft soll die Seelsorge vor Ort stärken und zukunftsfest machen. Diese Zielsetzung gilt auch und insbesondere für die Verteilung der Finanzmittel.

  • Wird denn unsere Oma dann künftig noch richtig beerdigt werden? Gibt es nur noch die eine Kirche in der riesigen Pfarrei? Switch

    In jeder Pfarrei der Zukunft gibt es einen verlässlichen Anlaufpunkt für die kirchlichen Dienstleistungsangebote: den Pfarrort. Dort gibt es ein grundlegendes pastorales Angebot sowie Informationen zur Pastoral und zur sakramentalen Grundversorgung in der Fläche der Pfarrei. Dort soll immer jemand erreichbar sein, der oder die zum Beispiel Kontakt zu einer Seelsorgerin / einem Seelsorger herstellen kann. - Zudem werden dort z. B. Verwaltungsleistungen erbracht, Finanz- und Vermögensfragen geregelt sowie Urkunden und Bescheinigungen erstellt.

    Zur Beerdigungs-Frage hat die Synode festgestellt, dass in Zukunft noch mehr als bisher schon auch andere Personen als Priester und Diakone diesen christlichen Dienst übernehmen und die Verstorbenen auf ihrem letzten Weg begleiten können. Die Pfarreien der Zukunft werden jeweils für das eigene Gebiet klären, wie Hauptamtliche und Ehrenamtliche sich diese Aufgabe teilen. Wichtig wird bleiben, dass jede Beisetzung würdig gefeiert wird und  die Hinterbliebenen eine gute Begleitung erfahren. (Die Beerdigungs-Frage hätte sich allerdings auch unabhängig von den „Pfarreien der Zukunft“ in nächster Zeit auf jeden Fall gestellt. Es gibt schon viele Pfarreien und Dekanate, in denen haupt- und ehrenamtliche „Laien“ diesen Dienst mit übernommen haben.)

    Es wird in der Pfarrei der Zukunft einen Gottesdienstplan geben, der auch öffentlich darüber informiert, wann und wo in der Pfarrei der Zukunft Gottesdienste stattfinden – im Pfarrort und in vielen Kirchorten (regelmäßige Gottesdienst-Zeiten und jeweils aktuelle Gottesdienst-Pläne, gedruckt und online verfügbar).

    Das weitere dezentrale Angebot an den einzelnen Kirchorten ist von der Eigeninitiative der dort lebenden Christinnen und Christen bestimmt – es wird von Kindertageseinrichtungen und Caritas über Gebetskreise, Kultur- und Besuchsgruppen bis zu vielerlei weiteren Gemeinschaften reichen. Wesentlich ist, dass das Angebot den Lebensthemen der Menschen vor Ort (Familie, Gesundheit, Alter, soziale Bedingungen...) entspricht und dass es vom Leitungsteam und anderen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern professionell unterstützt wird.

Weitere häufige Fragen zum Formalen Anhörungsverfahren

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