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Diakonische Kirchenentwicklung - ein Kernthema der Trierer Bistums-Synode

„Die Ortskirche von Trier entwickelt sich zu einer diakonischen Kirche, die Menschen in Armut, Bedrängnis und Not wahrnimmt. Sie lässt sich von ihnen berühren, handelt mit ihnen solidarisch und lässt sich von ihnen evangelisieren.“

(Anlage zum Abschlussdokument 1.1)

  • Impulse zum Hirtenwort: Diakonisch Kirche sein Switch

    „Bedenke Mensch, dass Du Staub bist und wieder zu Staub zurückkehren wirst. Kehr um und glaub an das Evangelium.“ Mit dem Aschenkreuz zu Beginn der Fastenzeit wird uns unsere Vergänglichkeit vor Augen geführt und damit gleichzeitig die Grundsatzfrage gestellt: Was ist wirklich wichtig in meinem Leben?

    In seinem Hirtenbrief zur Österlichen Bußzeit stellt Bischof Dr. Stephan Ackermann die diakonische Haltung in den Mittelpunkt, wenn er schreibt: „Die Synode versteht das  Diakonische nicht bloß als einen bestimmten Teilbereich der Kirche, sondern als eine Grundhaltung, die alle Getauften in ihrem Handeln prägen soll." Und er fragt: „Wie können wir diese diakonische Grundhaltung pflegen und mehr ausprägen?“

  • Diakonischer werden beginnt in mir Switch

    Diakonischer werden heißt lieben lernen. In der Mystik ist Gottes-, Nächsten- und Selbstliebe eins.

    Im Gespräch, in der Begegnung berührt mich etwas; ich habe Mitgefühl und lasse mich ein, bleibe zärtlich auf Augenhöhe, spüre die gemeinsame Verletzlichkeit.

    Ich gehe mutig an die Orte, die ich fürchte, harre aus in Dunkelheiten. Meine Wunden brechen auf.

    Ich bleibe und lasse mich wandeln. In meinem Gegenüber erkenne ich Gott.

    So beschreiben viele Mystiker und Mystikerinnen ihre Wege, die sie liebend näher zu Gott, zum Nächsten
    und zu sich selbst führen.  

    Diakonischer werden beginnt in mir...

    • Was ist mir wichtig?
    • Was rührt mich an?
    • Wovon lasse ich mich irritieren?
    • Wofür setze ich mich ein?
    • Mit wem solidarisiere ich mich?
    • Wozu sind wir Kirche?
       
  • … und kann konkret dadurch geschehen, Switch

    • dass ich mich, vom Beispiel Jesu inspiriert, einem Menschen mit Interesse zuwende, der mich ansonsten nicht interessieren würde;
    • dass ich mich in die Überzeugung einübe, dass ein Mensch, der von mir Hilfe erwartet, nicht nur ein Hilfsbedürftiger ist, sondern eine Person mit eigenen Fähigkeiten und Ideen, die auch etwas beizutragen hat;
    • dass ich mich am Ende eines Tages frage, welchem Menschen außerhalb meines Familien- und Freundeskreises ich heute zu leben geholfen habe;
    • dass eine Gruppe der Gemeinde eine Einrichtung der Caritas oder der Zivilgemeinde besucht, in der Menschen sind, die besondere Schwierigkeiten zu bewältigen haben oder im  toten Winkel“ unserer Gesellschaft leben.
  • Diakonische Kirchenentwicklung – einen eigenen Weg vor Ort finden Switch

    Das griechische Wort für Kirche ecclesia heißt übersetzt heraus gerufen! Es ist der spirituelle Ruf, sich von Gott unterbrechen, irritieren und überraschen zu lassen.

    Fragen wir ganz konkret vor Ort: Was ist uns wichtig? Wozu sind wir Kirche? Dann sind wir schon mitten im Prozess der diakonischen Kirchenentwicklung.

    • Wir stellen uns selbst in Frage, suchen gemeinsam.
    • Wir halten Ausschau: Gibt es in unserer Umgebung Menschen, mit denen wir zusammenarbeiten könnten?
    • Wir begeben uns in das uns Fremde.
    • Wir unterstützen uns gegenseitig, nachhaltiger, gerechter und inklusiver leben zu lernen; in unseren Beziehungen, in unseren Gemeinden und Gruppen und im politischen Engagement.

    So begeben wir uns mutig in eine Veränderung. Dafür braucht es Demut: in die Krise zu vertrauen und Ohnmacht zuzulassen. Gleichzeitig braucht es auch unseren Wagemut, unsere Kreativität und eigenverantwortliches Handeln.

  • Gebet Switch

    Jesus Christus,
    du rufst uns, füreinander da zu sein.
    In diesen Tagen der österlichen Bußzeit
    wollen wir lernen, immer mehr zu lieben.
    Lass uns aufmerksam sein für das,
    was in uns, um uns herum und weltweit geschieht.
    Schenke uns den Mut, die Not und das Leid der
    Menschen an uns heran zu lassen.
    Festige in uns die Tatkraft,
    damit wir glaubwürdig Werkzeug deiner Liebe
    in dieser Welt sein können.

  • Flyer zum Download Switch

Diakonische Kirchenentwicklung - Was ist das?

Was macht "Kirche" aus? Da ist die Rede von verschiedenen "Grundvollzügen", also so etwas wie Säulen, die das Ganze tragen: Da ist der Gottesdienst, die Liturgie - nach einem griechischen Wort mit "leiturgia" benannt. Und genauso wichtig ist das Glaubenszeugnis mit der Verkündigung der Frohen Botschaft im Leben (griechisch "martyria"). Als dritte - gleichberechtigt wichtige - Säule kommt die tätige Nächstenliebe hinzu, die "diakonia", die sich - nicht nur, aber gerade auch - in der institutionellen Caritas zeigt. So bildet sich Gemeinschaft (griechisch "koinonia"). Alles zusammen macht - mit dem Gesicht der Menschen, die daran mitwirken - die Kirche aus, die auf dem Weg ist, ihrem Sinn und Ursprung immer mehr gerecht zu werden. Keine Säule kann einfach wegfallen, ohne dass das Ganze aus dem Gleichgewicht und ins Wanken kommt.

Diakonische Kirchenentwicklung meint also, das als eine Perspektive und ein Ziel der Kirche zu sehen, was Nächstenliebe ausmacht: die in vielfacher Hinsicht Armen, Kleinen, An den Rand-Gedrängten nicht nur - schlimmstenfalls von oben herab - in den Blick zu nehmen, sondern als Partnerinnen und Partner auf dem gemeinsamen Weg zu verstehen. Denn so wird Kirche sichtbar und lebendig. In diesem Sinn ist Diakonie auch - ganz wörtlich - "Gottes-Dienst" und missionarisches Glaubenszeugnis und stiftet Gemeinschaft.

Im Bistum Trier haben sich im Zuge der Bistumssynode Menschen diesem Anliegen angenommen. Auf dieser Seite sollen dazu Anregungen, Überlegungen und Impulse zum Weiterdenken und Mitmachen zu finden sein.

Die Seite wird nach und nach ergänzt. Schauen Sie wieder mal rein!

„Diakonische Kirchenentwicklung“ als Schwerpunkt pastoralen Wirkens

Bewusster den diakonischen Auftrag leben

Bewusster und mehr als bisher den diakonischen Auftrag zu leben: Diesem Anliegen der Synode will die Kirche im Bistum Trier sich verstärkt widmen. Mit dem Hirtenbrief zur Österlichen Bußzeit am 1. März 2020 betont Bischof Dr. Stephan Ackermann diesen Schwerpunkt, der sich in den nächsten Jahren auf verschiedene Arten und auf unterschiedlichen Ebenen entfalten soll.

Lesen Siemehr dazu in dieser Nachricht.

"Wir wollen eine Kirche, die stärker missionarisch und diakonisch ausgerichtet ist."

Bischof Dr. Stephan Ackermann im Interview mit dem Paulinus, 26. Januar 2020

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