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Einblicke 4 - Stand: September 2021

Die Sondierungsphase - ein Impuls zur Kommunikation

  • Strukturelle und inhaltliche Fragen ins Gespräch bringen Switch

    Als zu Beginn des Jahres die Sondierungsphase gestartet wurde, war es für Viele ein Aufbruch ins Ungewisse. Bischof Ackermann hat in seinem Schreiben zu einer ehrlichen Bestandsaufnahme aufgefordert, die zu einer Einordnung führen sollte, wo die einzelnen Pfarreien und Pfarreiengemeinschaften stehen: Wie und wozu wollen wir künftig Kirche unter und mit den Menschen sein, mit denen wir in unseren Städten und Gemeinden zusammenleben? Welche Themen, welche Fragen und welche Projekte beschäftigen die Verantwortlichen vor Ort? Welche konkreten Überlegungen bestehen  im  Blick auf die vorgesehenen Zusammenschlüsse der Pfarreien? (Schreiben des Bischofs zur Reform der Pfarreien, (KA84/2021, Nr. 29 / Bestellung im Synodenbüro)

    Diese strukturellen und inhaltlichen Perspektiven sollten in Gesprächen mit den Gremien, den Seelsorgerinnen und Seelsorgern, mit Vertretern der Caritas und weiteren Personen beleuchtet werden.

    Ein Leitfaden gab Orientierung, bot aber auch Freiraum für die Themen der Gesprächspartnerinnen und -partner. Das Pragma Institut in Reutlingen hat die standardisierten Gesprächsprotokolle erfasst und qualitativ und quantitativ ausgewertet.

    Die Ergebnisse dienen zunächst den Verantwortlichen in den Pfarreien, Pfarreiengemeinschaften und zukünftigen Pastoralen Räumen, um ihre spezifische Situation besser einschätzen zu können und daraus ein Vorgehen für die kommende Zeit zu entwickeln. Aber auch für das Bistum zeigen sich wichtige Erkenntnisse etwa zur Errichtung Pastoraler Räume oder zur Planung von Fusionen in den nächsten Jahren.

    Lokale und diözesane Beauftragte gemeinsam mit den im Januar gebildeten Steuerungsgruppen haben die Gesprächsprozesse in Gang gesetzt, die zu einer oftmals tiefen Auseinandersetzung geführt haben, wie sich in den Abschlussberichten, die in den nächsten Wochen fertiggestellt werden, zu lesen ist. Auch wenn sich in den Argumentationen ein Ringen darum erkennen lässt, wie es nun weitergehen kann, wurde die Atmosphäre der Gespräche überwiegend sachlich und konstruktiv eingeschätzt. So wird bei 93 % der geführten Gespräche von einer sachlichen Atmosphäre berichtet, 84 % der Gespräche fanden laut Auskunft der Protokollantinnen und Protokollanten in einer konstruktiven Atmosphäre statt. Das erscheint umso positiver, da bei etwas mehr als 20 % der geführten Gespräche von einer durchaus kontroversen Gesprächsatmosphäre berichtet wurde.

  • Mehr Klarheit gewünscht Switch

    Es gab Kritik an den Planungen und am Vorgehen des Bistums. An einigen Stellen hätten sich die Menschen mehr an Information und Klarheit gewünscht, um besser einschätzen zu können, wie Fusionen vor sich gehen, wie die Rahmenbedingungen sind und welche Aufgaben und Kompetenzen der Pastorale Raum haben soll. Die vielen Fragen während der Sondierung haben den Verantwortlichen auf Bistumsseite geholfen, die notwendigen Rahmenbedingungen weiter zu präzisieren und dabei die Anregungen der Gesprächspartnerinnen und -partner einzubinden. Dabei wurde eine Spannung deutlich: zwischen einem notwendigen Rahmen, der eine verlässliche gesetzliche und administrative Grundlage bildet, und dem Gestaltungsspielraum, den es für die unterschiedlichen Räume geben soll, damit den sehr unterschiedlichen Gegebenheiten in unserem Bistum Rechnung getragen werden kann.

  • Eine kommunikative Herausforderung Switch

    Der Prozess der Sondierung und die Weiterarbeit an den aufgeworfenen Themen war und ist eine sehr kommunikative Erfahrung, auch in Zeiten der Corona-Pandemie. Viele Gespräche waren nur per Videokonferenz möglich; und doch berichteten die lokalen und diözesanen Beauftragten von intensiven Begegnungen, in  denen  der  Einsatz und das Engagement der Menschen deutlich geworden sei sowie das Interesse, an der Gestaltung der Pfarreienreform mitzuwirken. Die Erkenntnisse der Sondierung werden für den Bischof eine Grundlage sein für die weiteren Entwicklungen. Er habe, so der Bischof bei einer abschließenden Videokonferenz mit den lokalen und diözesanen Beauftragten Anfang Juli, den Eindruck gewonnen, dass es viel Engagement, Kreativität und Leidenschaft für die Kirche gebe und dass dies nun in eine verantwortliche Entwicklung fließen müsse. Bei den Fusionen gäbe es bereits eine hohe Bereitschaft; und auch was die Errichtung von Pastoralen Räumen angehe, könne man mit einer erfreulichen Zahl an Räumen bereits 2022 an den Start gehen.

O-Töne

„Der von Trier vorgegebene Zeitdruck und die fehlenden Informationen bzw. die vielen offenen Fragen erschweren eine Einschätzung. Die Perspektive der Räte darf nicht verloren gehen.“

„Wir schätzen die Bereitschaft zur Fusion als gering ein, weil wir nicht wissen, was auf uns zukommt.
Viele Detailfragen sind noch nicht geklärt.“

Ergebnisse aus den Sondierungsgesprächen

  • 1. Zusammenschluss von Pfarreien Switch

    Die Bereitschaft zum Zusammenschluss von Pfarreien liegt bei über 69 % der Rückläufe in einem hohen bis sehr hohen Bereich. Die Gründe dafür liegen hauptsächlich in den sehr guten Erfahrungen der Kooperation und der Vernetzung. Ein möglicher Zusammenschluss wird zumeist im Bereich der bestehenden Pfarreiengemeinschaften gesehen. Viele Pfarreien haben auch eine konkrete Vorstellung in Bezug auf die zeitliche Umsetzung bis zum Jahr 2025. Mittlerweile haben 36 Pfarreiengemeinschaften einen Antrag auf Fusion zum 1. Januar 2022 gestellt.

    Allerdings gibt es auch Widerstände und Ängste im Hinblick auf eine mögliche Fusion. Die Hauptgründe, die dagegen sprechen, sind z. B. die Angst vor dem Verlust der eigenen Identität, eine unklare Situation und die Angst vor einem Bedeutungsverlust. Diese gilt es ernst zu nehmen und in der Zeit nach der Sondierung ins Gespräch zu bringen.

  • 2. Die Situation der Gremien Switch

    Insgesamt wird die Situation der Gremien als problematisch eingeschätzt, sowohl im Hinblick auf das Jahr 2021 als auch im Hinblick auf eine längerfristige Arbeitsfähigkeit. Vor allem äußern die Befragten Sorgen, dass sich genügend Aktive für die Arbeit in den Räten finden. So erwarten für die Pfarrgemeinderäte 38 % massive Probleme für die Arbeitsfähigkeit dieses Gremiums, weitere 47 % zumindest gewisse Probleme. Für die Verwaltungsräte wird bei 53 % der Rückmeldungen mit gewissen Problemen und weiteren 26 % mit massiven Problemen gerechnet.

  • 3. Synodenumsetzung Switch

    Der Begriff „Orte von Kirche” wird sehr positiv eingeordnet. In ca. 78 % der Rückläufe wird angegeben, dass es eine konkrete Vorstellung von Orten von Kirche gibt. Es gibt in den Protokollen viele Nennungen, die sich auf die unterschiedlichsten Bereiche beziehen,  dazu  gehören  eher traditionelle und pfarreispezifische Orte von Kirche, wie z. B. Gruppen und Initiativen, Angebote für Zielgruppen, die kirchlichen Einrichtungen und Dienste etc. Aber auch neue Orte werden benannt, die sich als übergreifend darstellen und über das traditionelle Angebot hinausgehen, z. B. im Bereich der Ökumene, als Projekt oder Initiative mit einem klaren diakonischen Profil, inhaltlich vernetzt über die Grenzen der Pfarreien und Pfarreiengemeinschaften hinaus und vieles mehr. Grundsätzlich zeigen die Ergebnisse, dass eine Auseinandersetzung mit dem Begriff stattgefunden hat und Chancen und Möglichkeiten der Förderung von Orten von Kirche diskutiert wurden.

    Die Frage nach möglichen Umsetzungsideen im Zusammenhang mit den Ergebnissen der Synode bleibt bei ca. 56 % noch unbeantwortet, und auch die Auseinandersetzung mit den Themen, die zukünftig wegfallen könnten, ist niedrig (11 % der Rückläufe gehen hierauf ein).

  • 4. Vernetzung und Kooperation Switch

    In ca. 92 % der Rückläufe werden bestehende Kooperationen und Vernetzungen angegeben und diese werden mit über 91 % als sehr positiv bis positiv eingeschätzt. Diese positiven Erfahrungen werden vor allem innerhalb der Pfarreiengemeinschaften verortet, etwa in gemeinsamen Aktionen und Angeboten. Aber auch die Zusammenarbeit mit anderen Trägern, Institutionen und ökumenischen Partnern wird überwiegend positiv eingeschätzt.

  • Corona-Erfahrungen Switch

    Für die vergangenen Monate beschreiben die Befragten einen Abbruch des bisherigen kirchlichen Lebens in Gottesdiensten, Feiern, Gruppentreffen, Gremienarbeit. Außerdem seien Menschen kirchlichen Angeboten ferngeblieben. Ca. 60 % äußern die Befürchtung, dass dies negative Effekte haben wird, die sich nachhaltig auswirken werden. Bei ca. 18 % der Rückläufe gibt es positive Erfahrungen mit Online-Angeboten, und eine kleine Gruppe sieht die Krise als Chance an.

     

Insgesamt gab es (Stand 15. Juli 2021) 881 Rückläufe.

Weitere O-Töne

  • Corona wird als Brandbeschleuniger... Switch

    „Corona wird als Brandbeschleuniger hinsichtlich des Niedergangs der Kirchengemeinden gesehen. Viele Gläubige vermissen uns nicht, aber es gibt trotzdem Interesse an und Suchbewegung nach spirituellen Themen.“

  • Die Pfarrei ist die kleinste... Switch

    „Die Pfarrei ist die kleinste in der Pfarreiengemeinschaft und hat Angst bei einer Fusion von den beiden anderen vereinnahmt zu werden. Außerdem können sie sich keine Mitarbeit in einem neuen Gremium auf Ebene einer fusionierten Pfarrei vorstellen. Sie möchten ihre kleine Pfarrei, so, wie sie ist, beibehalten.“

  • Aufbau und regelmäßige Ausstrahlung eines Livestream-Gottesdienstes... Switch

    „Aufbau und regelmäßige Ausstrahlung eines Livestream-Gottesdienstes für die gesamte Pfarreiengemeinschaft und darüber hinaus, anderer Adressatenkreis hat sich zusätzlich hiervon angesprochen gefühlt, Solidaritätsaktionen, z. B. zur Aufrechterhaltung der Tafel, Osterbriefe für die Senioren, neue Konzepte und Ideen wurden entwickelt, die Kinderkirche wurde belebt, neue Wege haben sich aufgetan, neue Erfahrungen wurden gesammelt – da war vieles positiv.“

  • Das Gemeindeleben wird jetzt schon... Switch

    „Das Gemeindeleben wird jetzt schon eigentlich nur in der Pfarreiengemeinschaft gemeinsam geführt. In allen pastoralen Themen existieren Vernetzung und Kooperation. Durch die lange Zusammenarbeit in der Pfarreiengemeinschaft gibt es viele gute Netzwerke und Erfahrungen.“

  • Es gibt keine Konflikte oder Widerstände... Switch

    „Es gibt keine Konflikte oder Widerstände aber Informationsmangel wegen fehlender Ordnungen und Informationen. Die Befürchtungen bestehen, dass kleinere Kirchen nach Zusammenschlüssen pastoral und finanziell gesehen zu kurz kommen könnten. Um dies zu beheben, sollen Informationen frühzeitiger/rechtzeitig zur Verfügung gestellt werden und nicht im Laufe des Prozesses stückchenweise. Berücksichtigung könnte dies in der weiteren Entwick- lung finden, wenn man abwartet und den Menschen Zeit lässt, damit sie sich ernstgenommen fühlen und eine Kommunikation ermöglichen.“

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