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Entscheidungsfindung - Mitverantwortung - Mitbestimmung:

Die Gremien der Pfarrei der Zukunft

Update 7. Februar: Klarheit im Frühsommer 2020

Rom setzt Umsetzungsgesetz zur Überprüfung aus

Nachdem die römische Kleruskongregation am 21. November 2019 den Vollzug des Gesetzes zur Umsetzung der Ergebnisse der Diözesansynode 2013-2016 zur Überprüfung ausgesetzt und Bischof Ackermann um Stellungnahme gebeten hatte (mehr), hat Generalvikar Dr. Ulrich von Plettenberg am 7. Februar 2020 mitgeteilt, dass die Prüfung der Kleruskongregation „in Anbetracht der Bedeutung des Themas für die Pastoral und für den priesterlichen Dienst in der Diözese“ noch einige Zeit in Anspruch nehme. Damit sei klar, dass ein unterjähriger Start der neuen Pfarreien in 2020 definitiv ausgeschlossen ist. „Nach Abschluss des römischen Verfahrens werden wir zeitnah einen neuen Zeitplan vorlegen, wann die rechtlichen Rahmenbedingungen veröffentlicht werden und welche Schritte sich daraus ergeben.“ (mehr lesen in der Nachricht)

Die Übergangsregelungen für die Räte finden Sie unter diesem Link.

19. August 2019

Anpassung aufgrund der Anhörung

Aufgrund der Stellungnahme des Katholikenrates und der Rückmeldungen aus der Anhörung hat die Bistumsleitung den Entwurf für ein verändertes Rätesystem vorgelegt. Zwar soll es weiterhin einen Rat der Pfarrei geben, jedoch mit zwei eigenständigen Kammern. Pastoral- und Vermögenskammer können so themenspezifischer arbeiten; gleichzeitig gibt es jedoch gemeinsame Aufgaben für den Rat wie die Schwerpunktsetzung für das seelsorgliche und kirchliche Handeln in der Pfarrei, Haushaltsplanung und übergeordnete Vermögensverwaltung oder die Wahl der ehrenamtlichen Mitglieder im Leitungsteam. (mehr in der Pressemeldung vom 19. August 2019 / Den Stand nach Erlass des Gesetzes zur Umsetzung der Synodenergebnisse finden Sie in der Zeitung EinBlicke 3 (vom 15. Oktober 2019)

Synodalität wird konkret

Die geplante Gremienstruktur ist nur im Zusammenhang mit dem vierten Perspektivwechsel  einzuordnen und zu verstehen: „das synodale  Prinzip bistumsweit leben“. Die Synode hat beschlossen: „Damit das synodale Prinzip im Bistum Trier gelebt werden kann, sind verlässliche  Strukturen erforderlich, die dynamische Prozesse  ermöglichen und sichern“. (Abschlussdokument der Diözesansynode) 

In diesem Sinne sind die Gremien als verlässliche und durch diözesanes Recht abgesicherte Struktur geplant; die Gremien sollen für eine dynamische Umsetzung der Anliegen der Orte von Kirche so offen sein, wie sie das brauchen. Mancher Ort von Kirche wünscht sich etwa pastorale  Begleitung; manche brauchen materielle Unterstützung – und vielen ist es auch wichtig, die kirchliche Entwicklung vor Ort mitzuverfolgen und mitzugestalten.

Die Gremien bieten aber auch eine Struktur, die eine dynamische pastorale Planung ermöglicht und an die neue Initiativen flexibel anknüpfen können. Dafür steht insbesondere die Synodalversammlung als großes Gremium der Pfarrei. In der Synodalversammlung geht es um gemeinsame / synodale „Willensbildung“ über die künftigen pastoralen Schwerpunktsetzungen in der  Pfarrei.

In der geplanten Gremienstruktur bildet sich Synodalität als Haltung, Struktur und Praxis ab. Die  Struktur ist anschaulich; aber die hinter der Struktur stehende Haltung und  Organisationskultur und die Praxis des Umgangs  miteinander werden darüber entscheiden, wie konkret gestaltbar Synodalität als „gemeinsames Voranschreiten“ in der pastoralen Praxis sein wird.

Orte von Kirche - Synodalversammlung - Rat der Pfarrei - Bistum

Hier stellen wir den Stand April 2019 - Zeitpunkt des Erscheinens der Zeitung EinBlicke 2 - dar. Den Stand nach Erlass des Gesetzes zur Umsetzung der Synodenergebnisse finden Sie in der Zeitung EinBlicke 3 (vom 15. Oktober 2019)

Die Pfarrei der Zukunft ist zu denken von den  „Orten von Kirche“ her. Sie sind auch Basis der  Gremienstruktur.

Die Orte von Kirche sind die erste und entscheidende kirchliche Lebens- und  Handlungsebene; sie können territorial, personal  oder thematisch begründet sein. Sie sind schon oder entstehen überall dort, wo Menschen in der Nachfolge Jesu zusammenfinden und sich engagieren.

Die Orte von Kirche entsenden Delegierte in die Synodalversammlung. Dort vertreten Engagierte ihren Ort von Kirche und  arbeiten – zusammen mit dem Leitungsteam, den pastoralen Mitarbeitern / Mitarbeiterinnen, den Delegierten aus Mitarbeitervertretungen und Verwaltungsteams – an gemeinsamer Willensbildung und Entscheidungsfindung (vgl. PGO § 1  Abs. 1).

Die Synodalversammlung wählt zehn Mitglieder des Rates der Pfarrei; weitere zehn Ratsmitglieder wählen alle Wahlberechtigten in der Pfarrei in direkter Wahl (vgl. PGO § 14). Im Rat der Pfarrei wirken die gewählten Vertreterinnen und Vertreter der Pfarrei, das Leitungsteam und berufene Mitglieder in pastoralen Fragen und in der Vermögensverwaltung  zusammen. Der Rat steht für die strukturelle Umsetzung des synodalen Prinzips  auf der Ebene der Leitung der Pfarrei und der Kirchengemeinde. 

Entscheidend für die Wirksamkeit kirchlicher Gremienarbeit ist zum einen, dass transparent und klar kommuniziert ist, welche Entscheidungswege zwischen den beteiligten Personen bzw. Rollen und den Gremien auf verschiedenen Ebenen  der Pfarrei beschritten werden. Zum anderen müssen Beteiligungsrechte gesichert sein; sie ermöglichen ebenfalls auf allen  Ebenen Kooperation durch gegenseitige Information, Beratung und gemeinsame Entscheidungen.

Synodalität gilt bistumsweit; auf allen Ebenen  und durch alle Ebenen des Bistums sollen alle  synodal denken und handeln. Synodalität – also  aufeinander hören, sich aufeinander einlassen  und aktiv mitgestalten – ist Auftrag und Lernfeld für die ganze Kirche im Bistum Trier. Immer mehr synodal denken und handeln lernen die Menschen vor Ort, die Orte von Kirche, die Gremien und Gruppen; das gilt für die ehrenamtlich Engagierten, alle Hauptamtlichen (nicht nur in der  Pastoral), für die Leitungsteams, die Gremien auf Bistums-Ebene und die Bistumsleitung.  


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