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Haushalt für 2026 - Geschäftsbericht 2025

Das Bistum hat am 14. Januar 2026 seinen Haushaltsplan 2026 sowie den Geschäftsbericht 2025 vorgestellt.

Für das Jahr 2026 plant das Bistum Trier mit Erträgen von 462,1 Mio. Euro und Aufwendungen von 467,8 Mio. Euro; das bedeute ein Defizit im Jahresergebnis von 5,7 Mio. Euro. Investitionen sind im Haushalt mit rund 7 Mio. Euro ausgewiesen. 

Tabellarische Übersicht des Ergebnisplans
Tabellarische Übersicht des Investitionsplans

Statements zum Haushalt 2026 und Geschäftsbericht 2025

„Weil mehr geht“ – das ist nicht die Überschrift über unser Jahresergebnis 2024 (obwohl das aufgrund des positiven Gesamtergebnisses auch passen würde), sondern der Titel der Website des Bistums Trier für Engagemententwicklung.  

Wir greifen dieses Handlungsfeld im Bistum im Geschäftsbericht 2025 bewusst auf, weil wir zeigen wollen, dass wir auch in Zeiten zurückgehender personeller wie finanzieller Ressourcen die Herausforderung annehmen, Kirche aus lebendigen Menschen für und mit Menschen im Hier und Heute zu sein. Bereits die Bistumssynode, die vor genau zehn Jahren zu Ende gegangen ist, hat uns dieses Handlungsfeld als Auftrag hinterlassen. Seitdem sind wir dabei, ehrenamtliches und freiwilliges Engagement in unserem Bistum strategisch weiterzuentwickeln und zu fördern. Dazu gehört ein umfangreiches Programm an Fortbildungen für Ehrenamtliche, Maßnahmen zur Förderung der Wertschätzung für freiwilliges Engagement und die gezielte Weiterbildung von hauptamtlichen Seelsorger*innen zu Ehrenamtskoordinator*innen – oder wie sie bei uns heißen: zu Engagemententwickler*innen. In jedem Pastoralen Raum wurden dafür Stellen geschaffen, wo diese dann eigesetzt werden können. In den meisten Pastoralen Räumen sind diese Stellen auch bereits besetzt. Die Früchte werden sich hoffentlich in den kommenden Jahren zeigen, wenn unser hauptamtliches Personal zurückgeht.  

Aber es geht gar nicht darum, Lücken zu schließen, die fehlende personelle Ressourcen hinterlassen. Wir wollen gemäß dem Perspektivwechsel der Synode „Charismen vor Aufgaben“ Menschen motivieren, sich mit ihrem persönlichen Glauben und mit ihren je eigenen Fähigkeiten und Stärken in das kirchliche Leben vor Ort in den Pfarreien, Einrichtungen, Gruppierungen und Verbänden einzubringen. Nach unserer Meinung ist das eine Schlüsselaufgabe, um Kirche zukunftsfähig zu machen. Ich bin sicher, dass auf diese Weise kirchliches Leben vielfältiger gestaltet werden kann und wir damit auch näher an die Menschen selbst mit ihren Interessen und Bedürfnissen herankommen.  

„Weil mehr geht“ ist demnach nicht nur ein schönes Gerede, sondern eine Wirklichkeit. Davon können Sie sich beim Lesen des Geschäftsberichts überzeugen. Ich selbst erlebe es bei meinen Visitationsbesuchen in den letzten zwei Jahren in den Pastoralen Räumen (2024 Hermeskeil, 2025 Neunkirchen). Und ich freue mich darauf, dies ab etwa Mitte dieses Jahres nicht mehr als Generalvikar nur punktuell erleben, sondern als Pfarrer auch wieder alltäglich mitgestalten zu dürfen.   

Dies ist einer von vielen Schritten, die wir in den vergangenen zehn Jahren nach Beendigung der Bistumssynode gegangen sind. Nicht alles ist uns gelungen, aber wir waren nicht tatenlos und haben begonnen, in vielen Bereichen kirchliches Leben strukturell und inhaltlich zu erneuern. Darauf bin ich stolz und danke allen haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter*innen im Bistum an vielfältigen Orten von Kirche und in der Verwaltung für das geduldige und zielstrebige Bemühen um diese Erneuerungen auf der Grundlage unserer Bistumssynode und der gesellschaftlichen Entwicklungen.  

Ulrich von Plettenberg 
Generalvikar 

Einordnung der finanziellen Situation des Bistums   

Das Bistum hat 2024 seit Jahren erstmals wieder ein Geschäftsjahr mit einem Jahresüberschuss abgeschlossen, und zwar in Höhe von 11,8 Mio Euro. Zur Erinnerung: 2023 hatten wir einen Jahresfehlbetrag von rund 5 Mio. Euro ausgewiesen. Dieses Ergebnis lässt sich unter anderem auf die jetzt erfolgte Clearing-Abrechnung zurückführen, aus der das Bistum Trier rund 16 Mio. Euro erhalten hat.    

So erfreulich dieser Einmaleffekt auch ist – und wir hatten solche Effekte in den vergangenen Jahren immer mal wieder - ist es aber kein Grund, in den Bemühungen nachzulassen, die Ertrags- und Kostenstrukturen zu verbessern. Insbesondere das nach wie vor negative Verwaltungsergebnis mit -8,7 Mio Euro (Vorjahr -25 Mio. Euro) zeigt, dass wir erneut im operativen Bereich mehr Geld ausgegeben haben als zugeflossen ist.  

Für den Jahresabschluss 2025 wird uns ein weiterer Einmaleffekt – die Refinanzierung der Versorgungsleistungen für unsere beamtenähnlich beschäftigten Lehrkräfte - zwar vermutlich ebenfalls einen Überschuss bescheren. Daher, so werden wir im geplanten Haushalt für das Jahr 2026 sehen, bedarf es weiterhin der strikten Umsetzung aller vorgesehener Kostensenkungsmaßnahmen, um sich einer stabilen schwarzen Null im Verwaltungsergebnis zu nähern.    

Bemühungen des Bistums, Einnahmen zu erhöhen   

Die Bemühungen des Bistums, die Einnahmen zu erhöhen, um den Menschen ein vielfältiges Angebot im Bereich der Seelsorge, der Beratung sowie der Bildung und Erziehung machen zu können, sind bekannt.   

Konkret will ich auf die bereits angekündigte Einführung eines freiwilligen Elternbeitrags an den Bistumsschulen eingehen: Der Plan, ab dem Schuljahr 2026/2027 an den Bistumsschulen – ausgenommen sind die Berufsbildenden Schulen und Schulzweige, die Förderschule und die Bischöfliche Realschule Marienberg in Boppard – einen freiwilligen Elternbeitrag einzuführen, ist nach den eher internen Beratungen mit den Schulleitungen und Elternvertretungen Ende Oktober durch einen Elternbrief allen Eltern zugänglich gemacht worden. Die Resonanzen waren mehrheitlich positiv. Nach wie vor sind wir in Gesprächen mit den beiden Bildungsministerien im Saarland und in Rheinland-Pfalz. Auch hier wird uns grundsätzlich Verständnis für die Einführung der Maßnahme signalisiert; es geht in den Gesprächen eher um Feinheiten der Formulierungen oder letzte rechtliche Klärungen. Die Gründung der Stiftung, um die Beiträge einzuziehen und zu verteilen, ist für das Frühjahr 2026 vorgesehen; wir werden darüber gesondert informieren. Aufgrund der Freiwilligkeit des Eltern-Engagements können wir keine sichere Prognose über die Höhe der Einnahme tätigen. Bei einer Beteiligung von etwa 50% der Eltern würden wir von 1,2 Mio. Euro im Jahr sprechen. Wir gehen davon aus, dass die Akzeptanz der Maßnahme mit der Zeit steigen wird. Das Interesse daran, Kinder an unseren kirchlichen Schulen anzumelden, ist nach wie vor ungebrochen hoch.  

Im Bereich der Kindergärten wird planmäßig die Reduzierung der Bauträgerschaften verfolgt.  

Im Jahr 2024 wurde zur zentralen Steuerung und Umsetzung von Energieeffizienz-Projekten die DTE GmbH (Diözese Trier Energie GmbH) gegründet. Ziel der Gesellschaft ist Erwirtschaftung von Erträgen, die zu einem Großteil über einen solidarischen Verteilungsschlüssel an die Kirchen – und Zivilgemeinden ausgeschüttet werden.

Die Nachfrage nach Kirchenland für Solar- und Windparks sowie Batteriespeicher ist weiterhin hoch. Dies sichert den Kirchengemeinden langfristige Pachteinnahmen.  

Auch für die DTE gibt es bereits mehrere Beteiligungs- und Kooperationsangebote von namhaften Projektierern. Diese werden zurzeit mit der gebotenen Sorgfalt geprüft.  

Zudem wurden die Dächer der Schulen und Kitas in kirchlicher Bauträgerschaft auf PV-Tauglichkeit überprüft und sukzessive mit PV-Anlagen bestückt. PV-Anlagen ab 30 KWp sollen über die DTE gebaut und betrieben werden. Die erste PV-Anlage der DTE wurde im August 2025 auf der Turnhalle des Bischöflichen Cusanus-Gymnasiums in Koblenz in Betrieb genommen. PV-Anlagen auf Schulen und Kitas sind wirtschaftlich, weil der Eigenstrombedarf tagsüber besonders hoch.  

Kurzer Einblick in den Stand der Haushaltssicherung 

In dem 2021 begonnenen Haushaltssicherungsprozess sind mehr als 150 Einsparmaßnahmen über alle Funktionsbereiche des Bistums entwickelt worden, die in den kommenden Jahren die Ausgaben um rund 100 Mio. Euro senken werden. Die Umsetzung dieser Maßnahmen und seit der Reorganisation 2023 kontinuierlich weiterer identifizierter Maßnahmen läuft planmäßig. Der Umsetzungsprozess wird von einem im Jahr 2024 implementierten Lenkungsausschuss überwacht, der mit externen ehrenamtlichen Finanzexperten sowie einem Mitglied der Mitarbeitervertretung besetzt ist. Ferner unterstützt der Lenkungsausschuss die Bereichsleitungen mit seiner Expertise bei der Identifizierung von Kostensenkungs- und Ertragserhöhungsmöglichkeiten.   

Andreas Trogsch 
Leitender Direktor 

Während in den beiden Vorjahren durch besondere Einmaleffekte positive Ergebnisse erreicht werden konnten, wird das Jahr 2026, was die Planung angeht, wieder eher ein „normales“ Jahr sein. Die Rahmenbedingungen sind grundsätzlich unverändert. Nach wie vor bewegen wir uns in einem Umfeld, das geprägt ist von gesellschaftlichen Veränderungen, demografischem Wandel und wirtschaftlichen Herausforderungen, aber auch Kirchenaustritten und Vertrauensverlusten.  

Die Kirchensteuereinnahmen als die wichtigste Finanzierungsquelle werden voraussichtlich weiter zurückgehen. Wir rechnen für das Jahr 2026 mit 311 Mio. Euro, was einen Rückgang von rund 3 % gegenüber dem Jahr 2025 bedeutet. Gleichzeitig steigen die Aufwendungen beständig, insbesondere im Bereich Personal, Gebäudeunterhalt, Energie und pastoralen Angeboten. Dieser gegenläufige Effekt von geringeren Einnahmen und höheren Aufwendungen zwingen uns dazu, den eingeschlagenen Weg der Haushaltssicherung durch Priorisierung von Aufgaben und konsequentem Handeln weiterzugehen.  

Die Zielbudgets, die sich aus der Haushaltssicherung ergeben, bilden die Richtschnur für die Mittelfristplanung sowie die jährlichen Haushaltsplanungen – somit auch für 2026. Neben der konsequenten Umsetzung der bereits festgelegten Maßnahmen werden in den kommenden Jahren weitere Einschnitte erforderlich sein, um das Teilziel eines ausgeglichenen Haushalts in den kommenden Jahren zu erreichen.   

Bei der Umsetzung des Haushaltssicherungskonzeptes geht es neben der Reduzierung der Kosten auch um die Generierung zusätzlicher Einnahmequellen. Dies geschieht in vielen Bereichen, insbesondere bei den Bistumsschulen und den katholischen Kindertageseinrichtungen durch zusätzliche Zuschüsse. Auch die Umstellung der Förderung der Altersversorgung der beamtenähnlich beschäftigten Lehrerinnen und Lehrer an den Bistumsschulen in Rheinland-Pfalz, die im vergangenen Jahr umgesetzt wurde, ist in diesem Zusammenhang zu nennen. 

Neben den Maßnahmen der Haushaltskonsolidierung investiert das Bistum zukunftsorientiert und nachhaltig. Allein 6,1 Mio. Euro werden im Haushalt 2026 für Baumaßnahmen und Sachanlagen in den Bistumsschulen geplant, 5 Mio. Euro sind als Baukostenzuschüsse für die Kindertagesstätten vorgesehen. Weiter investiert das Bistum in die Digitalisierung der Verwaltungsprozesse, wie die Einführung der E-Rechnung, Digitalisierung in Personal- und Immobilienverwaltung, Konzeption und Einführung eines neuen ERP-Systems, IT-Sicherheit, Dokumentenmanagementsystem und Umstellung auf Cloud-Telefonie, insgesamt 2,2 Mio. Euro.  

Das Konzept der Schlüsselzuweisung an die Kirchengemeinden/ Kirchengemeindeverbände Pastorale Räume wurde überarbeitet. Ab 2026 erhalten die Kirchengemeindeverbände Pastorale Räume die Schlüsselzuweisung in Höhe von insgesamt 56,6 Mio. Euro für die eigenen Aufgaben und die der Kirchengemeinden. Die Absenkung der Schlüsselzuweisung nach dem Haushaltssicherungskonzept mit 3,3 Mio. Euro erfolgt ab 2027.  

Insgesamt weist der Haushalt 2026 bei Erträgen von 462,1 Mio. Euro und Aufwendungen von 467,8 Mio. Euro ein Defizit im Jahresergebnis von 5,7 Mio. Euro aus. Investitionen sind im Haushalt mit rund 7 Mio. Euro ausgewiesen.

Manfred Wagner
Leiter Bereich Finanzen und Controlling im Bischöflichen Generalvikariat Trier 

Bundesweit 2023

Zum 14. Mal präsentiert die katholische Kirche in Deutschland umfassende Zahlen und Fakten in einer Arbeitshilfe. Mit Schaubildern, Diagrammen, Grafiken und persönlichen Zeugnissen werden unter anderem die Eckdaten kirchlichen Lebens, die Zahlen zu kategorialer Seelsorge, Gemeinden anderer Sprachen und Riten, Jugendarbeit und den Bildungs- und Kulturangeboten der Kirche dargestellt. Das Engagement für Notleidende und Geflüchtete, die Caritasarbeit und der Einsatz der Hilfswerke spielen ebenso eine Rolle wie die Arbeit der Orden und Verbände. In dieser Ausgabe werden mit den Schwerpunktthemen „Bedeutung der Kirche in der Gesellschaft“, „Kirche: eine große Friedensbewegung unserer Zeit“ und „Synodalität im Vatikan und in Deutschland“ besondere Akzente gesetzt. Auch die Herausforderungen zu sexualisierter Gewalt und Prävention werden thematisiert

Die Broschüre kann auf den Seiten der DBK bestellt oder als PDF heruntergeladen werden.

Haushaltssicherung

Das Bistum Trier hat 2021 einen Prozess zur Haushaltssicherung gestartet.