„Weil mehr geht“ – das ist nicht die Überschrift über unser Jahresergebnis 2024 (obwohl das aufgrund des positiven Gesamtergebnisses auch passen würde), sondern der Titel der Website des Bistums Trier für Engagemententwicklung.
Wir greifen dieses Handlungsfeld im Bistum im Geschäftsbericht 2025 bewusst auf, weil wir zeigen wollen, dass wir auch in Zeiten zurückgehender personeller wie finanzieller Ressourcen die Herausforderung annehmen, Kirche aus lebendigen Menschen für und mit Menschen im Hier und Heute zu sein. Bereits die Bistumssynode, die vor genau zehn Jahren zu Ende gegangen ist, hat uns dieses Handlungsfeld als Auftrag hinterlassen. Seitdem sind wir dabei, ehrenamtliches und freiwilliges Engagement in unserem Bistum strategisch weiterzuentwickeln und zu fördern. Dazu gehört ein umfangreiches Programm an Fortbildungen für Ehrenamtliche, Maßnahmen zur Förderung der Wertschätzung für freiwilliges Engagement und die gezielte Weiterbildung von hauptamtlichen Seelsorger*innen zu Ehrenamtskoordinator*innen – oder wie sie bei uns heißen: zu Engagemententwickler*innen. In jedem Pastoralen Raum wurden dafür Stellen geschaffen, wo diese dann eigesetzt werden können. In den meisten Pastoralen Räumen sind diese Stellen auch bereits besetzt. Die Früchte werden sich hoffentlich in den kommenden Jahren zeigen, wenn unser hauptamtliches Personal zurückgeht.
Aber es geht gar nicht darum, Lücken zu schließen, die fehlende personelle Ressourcen hinterlassen. Wir wollen gemäß dem Perspektivwechsel der Synode „Charismen vor Aufgaben“ Menschen motivieren, sich mit ihrem persönlichen Glauben und mit ihren je eigenen Fähigkeiten und Stärken in das kirchliche Leben vor Ort in den Pfarreien, Einrichtungen, Gruppierungen und Verbänden einzubringen. Nach unserer Meinung ist das eine Schlüsselaufgabe, um Kirche zukunftsfähig zu machen. Ich bin sicher, dass auf diese Weise kirchliches Leben vielfältiger gestaltet werden kann und wir damit auch näher an die Menschen selbst mit ihren Interessen und Bedürfnissen herankommen.
„Weil mehr geht“ ist demnach nicht nur ein schönes Gerede, sondern eine Wirklichkeit. Davon können Sie sich beim Lesen des Geschäftsberichts überzeugen. Ich selbst erlebe es bei meinen Visitationsbesuchen in den letzten zwei Jahren in den Pastoralen Räumen (2024 Hermeskeil, 2025 Neunkirchen). Und ich freue mich darauf, dies ab etwa Mitte dieses Jahres nicht mehr als Generalvikar nur punktuell erleben, sondern als Pfarrer auch wieder alltäglich mitgestalten zu dürfen.
Dies ist einer von vielen Schritten, die wir in den vergangenen zehn Jahren nach Beendigung der Bistumssynode gegangen sind. Nicht alles ist uns gelungen, aber wir waren nicht tatenlos und haben begonnen, in vielen Bereichen kirchliches Leben strukturell und inhaltlich zu erneuern. Darauf bin ich stolz und danke allen haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter*innen im Bistum an vielfältigen Orten von Kirche und in der Verwaltung für das geduldige und zielstrebige Bemühen um diese Erneuerungen auf der Grundlage unserer Bistumssynode und der gesellschaftlichen Entwicklungen.
Ulrich von Plettenberg
Generalvikar


